Von: Matthias Knapp
Bozen – Um Schutz vor extremen Temperaturen und Prävention vor berufsspezifischen Erkrankungen ging es im Rahmen der jüngsten Sitzung des Landeskoordinierungskomitees für Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz. Sowohl das Arbeitsinspektorat als auch das ärztliche Arbeitsinspektorat im Südtiroler Sanitätsbetrieb (Sabes) haben Bilanz über die vergangenen Monate gezogen und Maßnahmen für die Zukunft vorgestellt. Dabei ging es auch um die Bewältigung künftiger Hitzeperioden.
“Die hohen Temperaturen im Sommer werden auch in Zukunft eine Herausforderung bleiben, umso wichtiger ist es, strukturelle Maßnahmen zu definieren, die die Arbeitsbedingungen in Hitzeperioden verbessern und die Arbeitenden bestmöglich schützen”, betonte Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof im Rahmen der Sitzung. Sie rief die Sozialpartner dazu auf, Betriebsabkommen und spezifische Branchenvereinbarungen auszuarbeiten, um eine klare und längerfristige Herangehensweise zu definieren und Notverordnungen, die in anderen Regionen Italiens durchaus üblich seien, zu vermeiden.
Die Direktorin des Arbeitsinspektorats, Petra Piffer, berichtete von den im Sommer durchgeführten Kontrollen, die insgesamt positiv verlaufen seien. “In diesem außergewöhnlichen Sommer mit 27 Tagen, an denen die Temperaturen über 35 Grad lagen, haben wir als Arbeitsinspektorat 78 Kontrollen durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Arbeitgebenden die notwendigen Präventionsmaßnahmen, zum Beispiel beschattete Bereiche und ausreichend Trinkwasser, bereitgestellt hatten”, erklärte Piffer. Für die kommenden Jahre seien eine noch bessere Verbreitung der Hitzeschutzleitlinien, ein noch koordinierteres Vorgehen und nach Möglichkeit auch spezifische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Vorverlegung der Arbeitszeit, wünschenswert.
Piffer kündigte einen zielgerichteten Präventionsplan in Bezug auf das Arbeiten bei Hitze an, der im kommenden Jahr zum Tragen kommen werde und spezifisch die Landwirtschaft und das Baugewerbe anspreche. “Zumal die Präventionsleitlinien in diesem Bereich schon vorhanden sind, wird der Fokus stärker auf der Verbreitung dieser Informationen in den Betrieben sowie auf der Hinführung der Arbeitgebenden zu spezifischen strukturellen Lösungen liegen”, sagt Piffer.
Gesundheitslandesrat Hubert Messner bezeichnete alle im Rahmen der Sitzung vorgelegten Pläne als sehr ambitioniert und positiv. “Es bedarf eines kulturellen Wandels in öffentlichen und privaten Institutionen, denn der Schutz der Gesundheit und der Sicherheit am Arbeitsplatz ist eine gemeinsame Verantwortlichkeit”, betonte Messner. Wie sehr auch das ärztliche Arbeitsinspektorat im Südtiroler Sanitätsbetrieb an Prävention gelegen ist, verdeutlichte Stefano Murano, der Primar des Dienstes für Arbeitsmedizin des Sabes in Bozen. Er berichtete nicht nur von den Hitzkontrollen, die der Dienst im Sommer vorgenommen hat, sondern auch von einem neuen Präventionsplan für all jene, die in der Logistikbranche mit ihren spezifischen Risiken arbeiten. “Weiters werden wir im kommenden Jahr das Projekt Workplace Health Promotion, sprich die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, erstmals allen interessierten Südtiroler Betrieben anbieten”, kündigte Murano an. Bislang habe es sich um ein Pilotprojekt gehandelt, an dem etwa zehn Partnerbetriebe beteiligt waren.




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