Von: Sophia Molitor
Bozen – Die Diskussion über Armut in Südtirol zeigt, wie wichtig verlässliche, aktuelle und vergleichbare Daten sind. Dafür setzt sich das vom Dachverband für Soziales und Gesundheit koordinierte Südtiroler Armutsnetzwerk „Alle gegen Armut“ seit seiner Gründung im Mai 2025 ein. Die vom Armutsnetz am 25. September organisierte Tagung entstand mit dem klaren Anliegen, einen offenen Austausch über das Thema Armut zu fördern und dabei Journalist/innen und Medien einzubeziehen. Das Armutsnetz schätzt dabei ausdrücklich auch die kritischen Stimmen, die während der Veranstaltung geäußert wurden: Sie helfen, Möglichkeiten der Verbesserung sichtbar zu machen und die Debatte zu beleben.
So erklärte die Schweizer Journalistin Sascha Britsko bei der Tagung etwa, dass in Südtirol seit über zehn Jahren keine umfassende Untersuchung zur Armut durchgeführt worden sei. ASTAT präzisierte daraufhin, dass 2018 und 2019 spezifische Daten erhoben und 2021 veröffentlicht wurden und dass für 2020 weitere Schätzungen vorliegen. Zudem wurde eine neue Vorstudie angekündigt, die in den kommenden Wochen vorliegen soll. Diese Klarstellungen sind wichtig und tragen zu einem vollständigen Bild bei. Dennoch bleibt die Notwendigkeit zentral, die Daten zur Armut Koordination regelmäßig zu aktualisieren und dabei die sozialen und wirtschaftlichen Besonderheiten Südtirols zu berücksichtigen. Nationale und europäische Statistiken, die sich unter anderem an nationalen Einkommensniveaus orientieren, können die lokale Realität nicht immer angemessen abbilden. Das Armutsnetz schlägt daher regelmäßige Erhebungen vor, etwa alle vier bis fünf Jahre, ergänzt durch gezielte Vertiefungen, wenn Ereignisse mit erheblichen sozialen oder wirtschaftlichen Auswirkungen dies erforderlich machen.
Hierzu ist der Austausch mit Politik und Institutionen bereits im Gange. Es gab mehrere Treffen mit den politischen Verantwortlichen und diese haben Offenheit für Dialog und Zusammenarbeit signalisiert. Auch die Schirmherrscha des Landes für die Netzwerkinitiative ist ein wichtiges Zeichen der Aufmerksamkeit und Unterstützung für den eingeschlagenen Weg. Kritische Hinweise aufzunehmen und gleichzeitig anzuerkennen, was bereits geleistet wurde, sind keine widersprüchlichen Positionen. Ziel ist es, auf dem bestehenden Fundament aufzubauen und gemeinsam weiterzugehen, damit Südtirol auch künftig über eine solide Wissensbasis verfügt, um seine Sozialpolitik wirksam auszurichten.
Wirksame Armutsprävention braucht sowohl verlässliche statistische Daten als auch die Erfahrungen der Menschen und Organisationen, die sich täglich mit Armut auseinandersetzen. Das Armutsnetzwerk bekräftigt die Bereitschaft, hierzu beizutragen – in der Überzeugung, dass nur gemeinsam durch das Zusammenspiel von Zivilgesellschaft, Politik und Institutionen wirksame Antworten entstehen können.




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