Von: Matthias Knapp
Franzensfeste – Die Bauarbeiten an der südlichen Zulaufstrecke zum Brenner Basistunnel schreiten voran. Das Baulos Franzensfeste–Waidbruck bildet den nördlichsten und am weitesten fortgeschrittenen Abschnitt der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Franzensfeste und Verona. Die rund 22,5 Kilometer lange Neubaustrecke verläuft nahezu vollständig unterirdisch und umfasst den 15,4 Kilometer langen Schalderer Tunnel und den 6,3 Kilometer langen Grödner Tunnel sowie eine neue Eisenbahnbrücke über das Eisacktal. Die einzelnen Baustellen und Vortriebsorte wurden gemeinsam mit den einzelnen Gemeinden und der Bezirksgemeinschaft mit Präsident Walter Baumgartner bereits vor Jahren definiert.
Die Fensterstollen in Forch und Villnöß sind bereits fertiggestellt. Während in Forch die Vorbereitungen für den Vortrieb des Schalderer Tunnels laufen, arbeitet im Bereich Villnöß bereits eine Tunnelbohrmaschine am Grödner Tunnel in Richtung Waidbruck. Weitere Arbeiten betreffen Klausen, die Eisacktalquerung und die Anbindung an die bestehende Brennerbahn.
Fensterstollen Klausen nach rund zwei Jahren fertig ausgebrochen
Vor Kurzem wurde der Vortrieb des Fensterstollens Klausen abgeschlossen. Die Arbeiten hatten im Juli 2024 begonnen. Insgesamt wurden 1.756 Meter Stollen im konventionellen Vortrieb hergestellt. Derzeit laufen noch die Arbeiten zur Herstellung des Sohlgewölbes.
Der Fensterstollen dient während der Bauphase als Zugang für den Vortrieb eines Abschnitts des Grödner Tunnels. Nach Inbetriebnahme der neuen Eisenbahnstrecke wird er dauerhaft als Not- und Rettungszugang genutzt.
Natürlich vorkommendes Arsen erforderte besondere Maßnahmen
Im Juni 2025 waren die Vortriebsarbeiten vorübergehend unterbrochen worden, nachdem im Ausbruchmaterial erhöhte Konzentrationen von natürlich vorkommendem Arsen festgestellt worden waren. Unter Koordination der Beobachtungsstelle wurde gemeinsam mit RFI und den Landesämtern im Ressort von Peter Brunner eine Lösung für den Umgang mit dem betroffenen Ausbruchmaterial erarbeitet. Bereits im August 2025 konnten die Arbeiten unter Einhaltung der geltenden Umweltbestimmungen wieder aufgenommen werden.
„Dank der engen Zusammenarbeit zwischen RFI, dem Land Südtirol und den Gemeinden konnte auch für diese unerwartete Herausforderung rasch eine Lösung gefunden werden. So konnten die Arbeiten unter Berücksichtigung des Schutzes von Umwelt und Bevölkerung fortgeführt werden. Dafür gilt RFI mit Projektleiter Damiano Beschin und der Bauleitung von FS Engineering unser besonderer Dank“, unterstreicht Martin Ausserdorfer, Direktor der Beobachtungsstelle.
Mit dem Abschluss des Vortriebs des Fensterstollens Klausen wurde ein weiterer wichtiger Schritt für die Realisierung des Grödner Tunnels und des gesamten Bauloses Franzensfeste–Waidbruck erreicht.
Auftraggeber ist die italienische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft RFI. Die Bauarbeiten werden vom Consorzio Dolomiti unter Führung von Webuild gemeinsam mit Implenia ausgeführt.




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