17 neue Partner für die Landwirtschaft

Biostrategie 2035: Südtirol will Bioanbau stärken

Mittwoch, 23. September 2026 | 12:18 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Mit der Biostrategie 2035 wollen 17 Akteure der Südtiroler Landwirtschaft die biologische Landwirtschaft stärken. Der Südtiroler Bauernbund macht anlässlich des EU-Biotags auf die Bedeutung und die Chancen des Bioanbaus aufmerksam: Der biologische Anbau ist eine zentrale Säule der heimischen Landwirtschaft und ein wichtiges Angebot für Produzenten ebenso wie für Konsumentinnen und Konsumenten. Das Potenzial für den Bioanbau ist nach wie vor groß, denn die Nachfrage steigt wieder.

Mit 24 konkreten Maßnahmen und fünf Zielen wollen die Partner aus Produktion, Forschung und Entwicklung, Bildung und Politik den Bioanbau, den Markt und die Zusammenarbeit im Sektor weiterentwickeln sowie Betriebe und Vermarkter unterstützen. Die Biostrategie 2035 baut auf dem Biokonzept 2025 auf, das unter anderem eine Verdoppelung der biologischen Anbaufläche in allen drei großen Sektoren zum Ziel hatte.

Markt, Produktion und Zusammenarbeit im Mittelpunkt

Herzstück der Biostrategie 2035 sind die drei Bereiche Markt, Produktion und Zusammenarbeit. „Wir wollen den Konsum von Biolebensmitteln in den nächsten Jahren steigern. Dafür braucht es mehr Sichtbarkeit im Handel und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Gastronomie”, erklärt Bauernbund-Obmann Daniel Gasser, einer der Initiatoren der Biostrategie 2035. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen sollen mehr Südtiroler biologische Lebensmittel zum Zug kommen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Produktion. Hier wollen alle 17 Partner die Produktion erfolgreich weiterentwickeln, indem Anbau, Erträge und Erlöse stabilisiert werden. „Dabei müssen wir den Biomarkt stets im Blick haben. Gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Absatz aufgrund der hohen Inflation und der allgemein gestiegenen Lebenshaltungskosten zurückgegangen ist. Anbau und Vermarktung müssen Hand in Hand wachsen.” Ziel ist es, die Produktionsmenge je Hektar um 15 Prozent und den Gewinnbeitrag um zehn Prozent plus Inflation zu steigern, sofern es der Markt zulässt, präzisiert Gasser. Auch der Qualität soll verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt werden: „Wir wollen die Qualität vor der Menge steigern.” Dafür wird das Aus- und Weiterbildungsangebot Schritt für Schritt ausgebaut. Auch künftig soll eine hochwertige Beratung angeboten werden. Mehr Unterstützung soll es zudem beim Umstieg von der konventionellen auf die biologische Landwirtschaft geben. Forschung und Entwicklung rücken ebenfalls stärker in den Fokus. Die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wird weiter intensiviert.

Zusammenarbeit der 17 Partner stärken

Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit. Die bestehende Kooperation der 17 für die Bio-Landwirtschaft relevanten Partner soll weiter gefestigt werden. Dazu zählen der Südtiroler Bauernbund, das Landesamt für Landmaschinen und biologische Produktion, Bioland Südtirol, die Arbeitsgemeinschaft für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, der Bund Alternativer Anbauer, das Südtiroler Apfelkonsortium, die VI.P Gen. landw. Gesellschaft, der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften VOG, der Sennereiverband Südtirol, das Konsortium Südtirol Wein, der Beratungsring für Obst- und Weinbau, der BRING Beratungsring für Berglandwirtschaft, die Südtiroler Fachschulen für Landwirtschaft, das Versuchszentrum Laimburg, die Freie Universität Bozen, die SBB-Weiterbildungsgenossenschaft und die Messe Bozen. Darüber hinaus sollen das Netzwerk und der Austausch auf nationaler und EU-Ebene weiter gestärkt werden.

Bis 2035 soll die Biostrategie vollständig umgesetzt werden. Im November findet das nächste Treffen der 17 Partner statt. Dabei wird überprüft, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und wie sich die biologische Landwirtschaft im heurigen Jahr entwickelt hat.

Bezirk: Bozen

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