Von: Matthias Knapp
Brixem- „Mit großer Genugtuung nehmen wir den Start des Vergabeverfahrens zur Vervollständigung der Mautstation Brixen Süd – Industriezone zur Kenntnis. Es handelt sich dabei um eine Infrastruktur, auf die vor Ort bereits seit Langem gewartet wird und die dazu beitragen wird, die Verkehrssituation zwischen Brixen und Klausen zu verbessern. Gleichzeitig bestätigt sie die gute Zusammenarbeit zwischen den lokalen Institutionen und der Brennerautobahngesellschaft“, erklärte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher zur am 2. Oktober veröffentlichten Ausschreibung der Arbeiten zum Ausbau der Mautstation Brixen Industriezone.
Der Knotenpunkt ist eng mit der angrenzenden Industriezone verbunden und hat zu deren Wachstum und Entwicklung beigetragen. Der zunehmende Warenverkehr in diesem Gebiet hat in den vergangenen Jahren die Grenzen der bestehenden Anlage aufgezeigt: Bislang ist lediglich die Auffahrt in Richtung Norden möglich, während die Ausfahrt nur für Fahrzeuge aus Richtung Brenner möglich ist. Mit dem Bau einer vollständigen Mautstation sollen die Stadt Brixen und das ordentliche Straßennetz im Eisacktal deutlich vom Verkehr entlastet werden. Die neue Anlage sieht zwei weitere Mautstellen vor, die südlich der bestehenden erbaut werden und über die man künftig auch in Richtung Süden auf die A22 auffahren und aus Richtung Süden von der A22 abfahren kann.
„Die Brennerautobahn AG bemüht sich stets, die Gebiete, die sie durchquert, so gut wie möglich zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen zu wachsen“, erklärt Präsident Hartmann Reichhalter. „Der heutige Schritt ist ein weiterer Abschnitt auf diesem gemeinsamen Weg, der von gegenseitigem Respekt geprägt ist: Brixen und das Eisacktal benötigten eine vollständige Mautstation, die den Verkehrsströmen gerecht wird und zugleich mit großer Aufmerksamkeit für eine funktionierende Verkehrsführung und gleichzeitig mit einem Lärmschutz geplant wurde. Dahinter steht eine geglückte Teamarbeit, an der mehrere Institutionen beteiligt waren. Ihnen gilt mein Dank. Sie haben uns zu diesem wichtigen Ergebnis geführt.“ Geschäftsführer Diego Cattoni betont: „Die wachsende Verkehrsbelastung in diesem Gebiet spiegelt die zentrale Rolle der A22 im Handel nicht nur in Richtung Nordeuropa, sondern auch in Richtung Süden wider und festigt ihre strategische Funktion als grundlegende Infrastruktur des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors sowie als wesentlicher Knotenpunkt für die Kontinuität der Waren- und Personenströme auf nationaler und europäischer Ebene. Erneut ist es uns gelungen, die lokalen Bedürfnisse mit jenen der Verkehrsteilnehmer in Einklang zu bringen und eine Lösung zu gewährleisten, die die Effizienz und Sicherheit der A22 erhöht.“
Die neue Auffahrt in Richtung Süden wird westlich der Autobahn in der Nähe der Staatsstraße SS12 errichtet. Die Anbindung an das ordentliche Straßennetz erfolgt über einen neuen Ast am bestehenden Kreisverkehr, der die SS12 mit der Überführung Albeins und der Ausfahrt von der A22 aus Richtung Süden verbindet. Die Mautstelle wird mit zwei Spuren ausgestattet, einer Telepass-Spur und einer Multifunktionsspur. Eine davon wird auch für Sondertransporte ausgelegt.
Östlich der A22, zwischen der Autobahn und dem Eisack ist die Ausfahrt von der Nordspur vorgesehen. Der abfließende Autobahnverkehr kann direkt zum bestehenden Kreisverkehr östlich der Überführung Albeins geführt werden und von dort aus in alle Richtungen weiterfahren. Für die Ausfahrt sind drei Spuren vorgesehen, eine Telepass-Spur und zwei Multifunktionsspuren, von denen auch in diesem Fall eine für Sondertransporte ausgelegt ist. „Mit diesem Projekt“, so der Technische Generaldirektor Carlo Costa, „bieten wir nicht nur eine konkrete Antwort auf die Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern erfüllen auch die Anforderungen der Autobahnnutzer, indem wir eine vollständige und moderne Mautstation an einem strategisch wichtigen Standort schaffen. Hinzu kommt unsere bewährte Aufmerksamkeit für die landschaftlichen Aspekte bei allen geplanten Eingriffen: Die neuen Bauwerke werden architektonisch an die bestehenden Anlagen angelehnt und mit wellenförmigen Brettschichtholzträgern gestaltet, die sich harmonisch in die alpine Umgebung einfügen.“
Entlang der Nordspur wird eine neue Lärmschutzwand mit einer Länge von 580 m und einer Höhe von 4,80 m aus schallabsorbierenden Holzpaneelen errichtet, um die Reflexionen auf ein Minimum zu reduzieren. Zusätzlich wird die bestehende Lärmschutzwand entlang der Südspur um weitere 66 Meter verlängert. Sie wird 4,30 Meter hoch sein und ebenfalls aus schallabsorbierenden Holzpaneelen bestehen, sodass sie nahtlos an die bestehende Lärmschutzanlage anschließt.
Um das ordentliche Straßennetz an die neue Auffahrt in Richtung Süden anzubinden, muss ein zusätzlicher Ast am bestehenden Kreisverkehr entlang der SS12 errichtet werden. Es wurde eine Erhebung der Fahrzeuge durchgeführt, die an der Mautstation Klausen ausfahren, und die Ergebnisse mit der Anzahl der Fahrzeuge verglichen, die derzeit den betreffenden Kreisverkehr passieren. Auf Grundlage dieser Untersuchung konnte ermittelt werden, wie viele Fahrzeuge aktuell den Abschnitt der SS12 zwischen Klausen und dem Kreisverkehr in beide Richtungen befahren und künftig stattdessen die beiden neuen Mautstellen nutzen werden. Die Prognosen zeigen, dass das Verkehrsaufkommen am Kreisverkehr künftig insgesamt deutlich zurückgehen und sich zugleich auf die verschiedenen Äste des Kreisverkehrs neu verteilen wird.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen