Sozialpartner erörtern Arbeitsbedingungen und Öffnungszeiten

Der Handel in der Euregio

Freitag, 25. September 2026 | 12:37 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Toblach – Die Herausforderungen und Perspektiven im Handel in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino standen im Mittelpunkt eines Runden Tisches, der gestern im Kulturzentrum Gustav Mahler in Toblach auf Einladung der Fachgewerkschaft Fisascat SGBCISL stattgefunden hat. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Attraktivität des Sektors, den Arbeitsbedingungen und den möglichen Handlungsspielräumen bei den Öffnungszeiten infolge der Autonomiereform.

Am Runden Tisch teilgenommen haben Vertreter der Sozialpartner und der Euregio: Philipp Moser, Präsident des hds; Renato Dalpalù, Präsident des Konsumgenossenschaftskonsortiums SAIT im Trentino; Linda Keizer, Bundessekretärin der Fachgewerkschaft GPA des ÖGB; Elisa Bertò vom Euregio-General-sekretariat Tirol-Südtirol-Trentino sowie Fabio Bertolissi, Landessekretär der Fisascat CISL des Trentino. Die Diskussion wurde von Gianluca Da Col, Landessekretär der Fachgewerkschaft Fisascat SGBCISL moderiert. Sie bot den Teilnehmern, darunter viele Gewerkschaftsdelegierte, einen breiten Einblick in die Herausforderungen und Perspektiven im Handel.

Am Podium wurde über vier Kernthemen diskutiert: die aktuelle Situation im Handel in den drei Regionen, die Qualität der Arbeit, Innovation und Ausbildung sowie die Perspektiven des Sektors. In den Wortmeldungen sind dabei verschiedene Aspekte zur Sprache gekommen wie der Personalmangel; die wesentlichen Faktoren für die Qualität der Arbeit wie Vereinbarkeit Beruf-Familie und Entlohnung; weiters die Anerkennung der Professionalität der Arbeit im Handel und die Rolle der Digitalisierung, des Online-Handels und der Künstlichen Intelligenz. So gibt es in Österreich in kleineren Ortschaften so genannte Hybridmärkte, automatisierte Geschäfte, die ohne Personal auskommen.

“Wir haben zu dieser Podiumsdiskussion geladen, um die zentralen Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln auf euroregionaler Ebene zu beleuchten, um uns über künftige Ziele auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu suchen“, so Gianluca Da Col. „Der Handelssektor ist großen Veränderungen unterworfen. Als Gewerkschaft setzen wir uns dafür ein, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Zeiten von Liberalisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung zu verbessern. Die Autonomiereform könnte jetzt die große Chance eröffnen, die Sonn- und Feiertagsöffnungen im Handel künftig auf lokaler Ebene zu regeln. Dies auch mit Blick auf Österreich, wo die Läden am Sonntag grundsätzlich geschlossen sind.“

„Wir möchten, dass im Zuge der Autonomiereform und der ausschließlichen Zuständigkeit der autonomen Provinzen Bozen und Trient im Handel eine institutionalisierte Zusammenarbeit der Politik und der Sozialpartner auf den Weg gebracht wird, um gemeinsam über die zukünftigen Regeln und Weichenstellungen im Handel nachzudenken,“ so Gianluca Da Col zur vorrangigen gewerkschaftlichen Zielsetzung.

Bezirk: Pustertal

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