Öffentliche Ämter, Schulen und Gesundheitseinrichtungen erhalten schrittweise Zugang

Digitale Autobahn: Südtirol baut GovNET aus

Mittwoch, 23. September 2026 | 10:33 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Hochmodern, sicher und exklusiv der öffentlichen Verwaltung vorbehalten: Diese Eigenschaften kennzeichnen das neue Glasfasernetz, das von der Agentur für ein digitales Südtirol in den nächsten Jahren im ganzen Land ausgerollt wird. Die Hauptleitungen stehen nun zur Verfügung; die Ämter im Zentrum von Bozen wurden bereits angebunden. Bis 2028 sollen etwa 600 weitere öffentliche Gebäude mit der neuen Infrastruktur (genannt GovNET) verknüpft werden. Davon profitieren neben den Landesgebäuden auch Schulen sowie die Gemeindeverwaltungen im ganzen Land.

„Mit dem Aufbau des einheitlichen Verwaltungsnetzes schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass öffentliche Einrichtungen in ganz Südtirol auf derselben digitalen Infrastruktur arbeiten können. Das schafft Synergien, erhöht die Sicherheit, vereinfacht die Verwaltung der Systeme und ermöglicht einen effizienteren Einsatz öffentlicher Mittel”, betont Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol.

Die Notwendigkeit, das Datennetz zu erneuern und zu vereinheitlichen, habe sich schon vor einiger Zeit gestellt. “Hinzu kamen die zunehmenden Anforderungen, denen das Netz gerecht werden muss”, erklärt Peter Ratschiller, der Leiter des Kompetenzzentrums Netze in der ADAS. Digitale Dienste wie Wi‑Fi, Cloud-Anwendungen, VoIP-Telefonie, Videokonferenzen oder künftig auch KI-Dienste müssen künftig zuverlässig bereitgestellt werden können. Auch die Zahl der Nutzer, der Endgeräte und der Daten, die übertragen werden, steigt von Jahr zu Jahr.

Derzeit sind 17 Standorte in Bozen angebunden

„Der sehr gute Ausbau des Breitbandnetzes im ganzen Land, das vorwiegend von der Gesellschaft Infranet zur Verfügung gestellt wird, schafft die Grundlage für das neue öffentliche Netz. Dieses stützt sich auf rund 1500 Kilometer an Hauptleitungen, die das gesamte Landesgebiet verbinden”, schildert Ratschiller. Hinzu kommen die Anbindung der einzelnen Endnutzer, sprich der öffentlichen Ämter, die Geräte für diese Endpunkte und etwa 60 Pops (Knotenpunkte), die für das ganze Land benötigt werden. Zur Finanzierung dieser Basisinfrastruktur standen neun Millionen Euro zur Verfügung, die auch die bereits erfolgte Anbindung sämtlicher Landesämter im Zentrum von Bozen umfassen. Hier wurden 17 strategische Standorte mit etwa 2800 Nutzerinnen und Nutzern eingebunden.

“Neben der höheren Leistung erreichen wir mit der neuen Netz-Infrastruktur auch wesentliche Verbesserungen bei der Ausfallsicherheit, die sich nur mehr auf einzelne Nutzer, nicht mehr auf ganze Gebiete beziehen wird”, ergänzt Ratschiller. Durch die exklusiv der öffentlichen Hand vorbehaltene Nutzung steige zudem die Sicherheit. Ermöglicht werde zudem eine hochverfügbare Verbindung zwischen den Rechenzentren in Bozen und Bruneck.

Weitere 600 öffentliche Gebäude sollen von “GovNET” profitieren

Für die Jahre 2026 und 2027 ist die Migration von rund 600 weiteren öffentlichen Standorten vorgesehen, darunter Landesgebäude, Schulen und Gemeinden. Dafür sind Investitionen von rund 1,4 Millionen Euro geplant. Ab 2028 sollen jährlich um 1,5 Millionen Euro bis zu 400 weitere Standorte an das Netz angebunden werden. Die Priorisierung erfolgt nach Bedarf, Nutzen und technischer Umsetzbarkeit.

Langfristig soll das Netz zur digitalen Autobahn Südtirols werden und den Zugang zu zentralen Rechenzentrums- und Cloud-Diensten für die gesamte öffentliche Verwaltung ermöglichen. “Denn digitale Dienste können nur zuverlässig funktionieren, wenn die zugrunde liegende Infrastruktur leistungsfähig und resilient ist. Mit den bisherigen Investitionen schaffen wir die Basis dafür, dass die öffentliche Verwaltung auch in Zukunft effizient, sicher und bürgernah arbeiten kann”, unterstreicht Hofer.

Bezirk: Bozen

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