Von: Matthias Knapp
Bozen – Etwas mehr als zwei Wochen nach der Einführung des digitalen Abfallbegleitscheins FIR hat das neue System zur Verwaltung und Rückverfolgbarkeit von Abfällen seinen Platz im betrieblichen Alltag vieler Unternehmen gefunden. Nach einer langen Phase der Vorbereitung, Schulung und Anpassung interner Abläufe lässt sich inzwischen eine erste Bilanz ziehen. Diese fällt nach Einschätzung von Mauro Santini, gemeinsam mit seinem Bruder Andrea CEO der Santini Gruppe und Vizepräsident des Unternehmerverbandes Südtirol, insgesamt positiv aus.
„Die Unternehmen haben gut auf die Umstellung reagiert und die Einführung des neuen Systems ist im Allgemeinen geordnet verlaufen. Natürlich sind einzelne operative Schwierigkeiten aufgetreten, wie dies bei einem derartigen Systemwechsel zu erwarten war. In den meisten Fällen können diese jedoch durch den direkten Austausch zwischen den beteiligten Akteuren gelöst werden.“
Seit dem 16. September gelten neue Arbeitsabläufe
Seit dem 16. September 2026 ist der digitale FIR für die von der neuen Regelung betroffenen Unternehmen verpflichtend im Einsatz. Die Umstellung betrifft dabei nicht nur die Form des Begleitdokuments, sondern verändert auch die Organisation verschiedener Abläufe in der Abfallbewirtschaftung.
Ausfüllen, Unterzeichnen, Übermitteln und Verwalten der Informationen erfolgen nun über digitale Verfahren und erfordern eine engere Abstimmung zwischen Abfallerzeuger, Transporteur und Empfängeranlage.
„Es geht nicht lediglich darum, ein Papierdokument durch eine digitale Version zu ersetzen“, betont Santini. „Die neue Vorgehensweise greift direkt in die betrieblichen Prozesse ein und benötigt daher eine gewisse Eingewöhnungsphase. Entscheidend sind Aufmerksamkeit, Erfahrung und eine gute interne Organisation.“
Gerade in den ersten Wochen hat sich der direkte Austausch zwischen den einzelnen Akteuren als besonders wichtig erwiesen.
„Wenn Fragen oder Unsicherheiten auftreten, müssen sich Erzeuger, Transporteur und Empfänger rasch abstimmen können. Alle sind Teil desselben Prozesses. Genau diese Zusammenarbeit macht derzeit den entscheidenden Unterschied.“
Gute Vorbereitung erleichterte den Start
Dass die Einführung insgesamt geordnet verlaufen ist, hängt auch mit den umfangreichen Vorbereitungen vor dem Stichtag am 16. September zusammen.
In den Monaten davor wurden zahlreiche Informations- und Schulungsinitiativen angeboten, die es den Unternehmen ermöglichten, sich auf das neue System vorzubereiten, ihre Verpflichtungen besser zu verstehen und interne Abläufe entsprechend anzupassen.
Neben der institutionellen Arbeit des Landes Südtirol spielten dabei auch die Wirtschafts- und Branchenverbände eine wichtige Rolle.
„Auf lokaler Ebene wurde im Vorfeld sehr viel geleistet“, erklärt Santini. „Die Verbände haben die Unternehmen bei der Vorbereitung begleitet. Dadurch konnten viele Abfallerzeuger bereits mit einem guten Kenntnisstand in die neue Phase starten.“
Einen wichtigen Beitrag leistete auch die Handelskammer Bozen, die zahlreiche Informationsveranstaltungen und Online-Angebote zur Verfügung stellte.
„Die Schulung war ein entscheidender Faktor. Praktische Informationen und konkrete Möglichkeiten zur Vertiefung haben dazu beigetragen, Unsicherheiten abzubauen und den Übergang zur digitalen Verwaltung zu erleichtern.“
Die Einführungsphase ist noch nicht abgeschlossen
Die positive erste Bilanz bedeutet allerdings nicht, dass die Umstellung bereits vollständig abgeschlossen ist.
Der digitale FIR betrifft tägliche Betriebsabläufe, Mitarbeiter, Softwarelösungen, digitale Signaturen sowie die Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter. Entsprechend wird noch eine gewisse Zeit erforderlich sein, bis sich alle Prozesse vollständig eingespielt haben.
„Es ist völlig normal, dass in den ersten Wochen noch einzelne Punkte optimiert werden müssen“, erklärt Santini. „Mit zunehmender praktischer Erfahrung werden die Unternehmen immer sicherer im Umgang mit dem System und die Abläufe werden schrittweise effizienter.“
Auch die Santini Gruppe unterstützt ihre Kunden daher weiterhin bei operativen Fragen und konkreten Problemstellungen.
„Unsere Unterstützung endet nicht mit dem Inkrafttreten der neuen Regelung. Im Gegenteil: Gerade jetzt ist die Begleitung besonders wichtig, weil wir mit realen Fällen arbeiten und die Unternehmen dabei unterstützen können, den digitalen FIR korrekt in ihre betrieblichen Prozesse zu integrieren.“
Mehr Rückverfolgbarkeit und strukturiertere Prozesse
Mehr als zwei Wochen nach der Einführung fällt die Gesamtbewertung somit positiv aus.
Das neue System erfordert insbesondere in der Anfangsphase einen höheren organisatorischen Aufwand, stellt zugleich aber einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung und einer besseren Rückverfolgbarkeit der Abfallströme dar.
„Die Richtung stimmt“, so Mauro Santini abschließend. „Die Digitalisierung kann dazu beitragen, den gesamten Weg des Abfalls transparenter zu gestalten und die Prozesse stärker zu strukturieren. Entscheidend wird sein, diese Entwicklung auch organisatorisch für die Unternehmen nachhaltig zu gestalten und gleichzeitig einen konkreten Mehrwert für das Gebiet zu schaffen.“
Der 16. September war damit nicht nur ein gesetzlicher Stichtag, sondern vielmehr der Beginn einer neuen Phase. Eine Phase, die weiterhin Schulung, Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit erfordern wird, die aber bereits in den ersten Wochen gezeigt hat, dass ein konstruktives Zusammenspiel zwischen Institutionen, Verbänden und Unternehmen den Übergang zur digitalen Abfallbewirtschaftung wesentlich erleichtern kann.




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