Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Null Gebühren bei Kleinstzahlungen, volle Integration in bestehende POS-Systeme und maximale Kostentransparenz: Mit diesen Forderungen hat sich in diesen Tagen der gesamtstaatliche Dachverband Confcommercio gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsverbänden an die Banca d’Italia gewandt. Der Wirtschaftsverband hds unterstützt diese Linie ausdrücklich.
„Wenn Europa ein neues digitales Zahlungsmittel schafft, muss es für die Betriebe einen konkreten Mehrwert bringen: weniger Kosten, einfache Anwendung und keine zusätzlichen Investitionen“, betont hds-Präsident Philipp Moser. „Vor allem Kleinstzahlungen müssen gebührenfrei sein.“
Der digitale Euro soll eine digitale Form des Zentralbankgeldes und damit eine Ergänzung zu Bargeld werden. Bezahlt werden könnte damit etwa im Geschäft, online oder zwischen Privatpersonen – auch offline. Bargeld soll dadurch nicht ersetzt werden. Die Europäische Zentralbank bereitet derzeit eine mögliche Einführung vor. Voraussetzung ist zunächst die Verabschiedung der europäischen Rechtsgrundlage, die noch 2026 angestrebt wird. Ein Pilotbetrieb soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten; für eine mögliche erste Ausgabe will das Eurosystem 2029 bereit sein. Die endgültige Entscheidung über die Einführung trifft die EZB erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens.
Für den hds ist insbesondere die Kostenfrage entscheidend. Mehr als die Hälfte der Zahlungen in Geschäften des Euroraums liegt unter 20 Euro. Gerade bei solchen kleinen Beträgen können fixe Gebühren die Margen von kleinen und familiengeführten Betrieben überproportional belasten.
„Der digitale Euro bietet die Chance, mehr Wettbewerb in den Zahlungsverkehr zu bringen und Europas Abhängigkeit von wenigen internationalen Zahlungsanbietern zu verringern. Diese Chance muss aber auch bei den Unternehmen ankommen“, so Moser.
Ebenso müsse der digitale Euro ohne neue Geräte oder kostspielige Umstellungen in bestehende POS-Terminals, Registrierkassen und Online-Zahlungssysteme integrierbar sein. Eine funktionierende Offline-Zahlung sei zudem wichtig, damit Betriebe auch bei Netzstörungen oder technischen Ausfällen zahlungsfähig bleiben.
Moser abschließend: „Ein digitaler Euro ist dann ein Fortschritt, wenn er das Bezahlen einfacher, günstiger und sicherer macht. Für unsere Betriebe darf daraus keine neue Kosten- und Bürokratierunde entstehen.“




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