Aufstand der Bäume: Protest in Bozen gegen Waldzerstörung

“Es reicht: Wie soll unsere Zukunft aussehen?”

Freitag, 06. November 2026 | 16:15 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Zur Demonstration „Aufstand der Bäume“ ruft ein Bündnis aus Klima- und Umweltschutzorganisationen sowie weiteren Gruppen, am Samstag, 14. November, auf. Ab 15.00 Uhr soll gemeinsam am Banhofspark in Bozen ein Zeichen gegen die fortschreitende Zerstörung der Wälder sowie für mehr Bäume in unseren Städten und Dörfern, zum Schutz vor Hitzewellen, gesetzt werden. Alle Menschen sind eingeladen, sich dem Protest anzuschließen.

Junge Menschen in ganz Europa gehen auf die Straße, weil sie nicht hinnehmen wollen, dass politische Entscheidungen ihre Zukunft gefährden. Doch wer schützt die Grundlage dieser Zukunft in Südtirol? Während die Klimakrise immer deutlicher spürbar wird, werden unserorts weiterhin wertvolle Wälder für wirtschaftliche Einzelinteressen geopfert. Dabei sind gerade diese Wälder unverzichtbar für die gesamte Bevölkerung. Wälder speichern Kohlenstoff und Wasser, schützen vor Erosion, bieten Lebensraum für zahlreiche Arten und tragen dazu bei, die Auswirkungen der Klimakrise abzumildern. In den zunehmend heißen Tälern Südtirols sind Bäume außerdem unverzichtbar für den Schutz der Gesundheit und die Lebensqualität.

“Politische Entscheidungen zerstören Bäume”

Wie wenig dieser Wert bei politischen Entscheidungen berücksichtigt wird, zeigen mehrere Projekte: Zwischen Kaltern und Tramin sollen mithilfe von 36 Millionen Euro öffentlicher Gelder sechs Speicherbecken rund 15 Hektar Wald gerodet werden, darunter ein wertvoller Buchenwald im Altenburger Wald. Auch andernorts wurden wertvolle Waldflächen gerodet und Böden versiegelt: In Cortina wurde ein Lärchenwald für die olympische Bobbahn gefällt, in Antholz Wald für ein Speicherbecken zur Beschneiung der Olympia-Loipen gerodet. Weiterhin sollen im Martelltal sechs Hektar Wald für ein geplantes Hotel mitten im Nationalpark gerodet werden und auch das geplante Monsterhotel der Athesia AG auf dem Ploseberg, kostet die Allgemeinheit Waldflächen, bei nur Wiedergutmachung durch Begrünung. Diese Projekte stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die sich immer wieder in Südtirol zeigt: Natur und Gemeingüter werden wirtschaftlichen Einzelinteressen untergeordnet, während die Allgemeinheit die ökologischen und finanziellen Folgen trägt.

Dabei richtet sich der Protest nicht gegen eine nachhaltige Waldwirtschaft: Holz ist ein wichtiger Rohstoff, insbesondere im Bauwesen ist er ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise. Entscheidend ist, Wälder als Ökosysteme zu erhalten, statt sie dauerhaft für kurzweilige, teure Großprojekte zu zerstören, bei denen Profite privat sind und Kosten auf die Allgemeinheit ausgelagert werden.

Schlussendlich fordert der Protest mehr Bäume für unsere Städte und Dörfer. Dieser Sommer hat klar gezeigt, dass wir uns schneller anpassen müssen an die Klimakrise. Bäume schützen vor Hitzewellen, die insbesondere Kinder, unsere Ältesten und gesundheitlich fragile Personen gefährden.

Bezirk: Bozen

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