Von: Sophia Molitor
Brixen – „Bewegung ist die beste Medizin: Sie stärkt Herz und Kreislauf, verbessert die Stimmung, fördert das Immunsystem und erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit”, so Primar Dr. Daniel Neunhäuserer vom landesweiten Dienst für Sport- und Bewegungsmedizin, der einer der Referenten der Veranstaltung Forum Gesundheit Südtirol in Brixen war. „Regelmäßige körperliche Aktivität ist sowohl ein entscheidender Faktor zur Vorbeugung als auch zur Therapie chronischer Erkrankungen. Sie senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Demenz, verlangsamt den Alterungsprozess und trägt zu einem besseren Schlaf sowie zu mehr Wohlbefinden bei”, erklärte Neunhäuserer.
Körperliche Inaktivität zählt nämlich weltweit zu den häufigsten Todesursachen und gilt als bedeutender Risikofaktor, vergleichbar mit Bluthochdruck, Rauchen, erhöhtem Blutzucker oder Übergewicht. „Gleichzeitig zeigt die Erfahrung: Je besser die körperliche Fitness, desto länger und gesünder leben wir. Ziel ist daher, körperliche Aktivität als festen Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu etablieren”, sagte Neunhäuserer.
Er nannte drei Handlungsfelder: langes Sitzen bewusst zu unterbrechen und zu reduzieren, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren sowie ein individuell angepasstes Training zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu fördern.
Beim Forum Gesundheit Südtirol erhielten die Besucherinnen und Besucher auch praktische Anregungen für mehr Bewegung im Alltag. In den aktiven Bewegungspausen zeigte die Physiotherapeutin Barbara Amhof einfache Übungen zum Mitmachen. „Bewegung beginnt genau dort, wo sie heute stehen”, sagte Amhof. „Ob im Alltag, nach einer Verletzung oder im Rahmen einer Erkrankung: Jede Form von Bewegung trägt dazu bei, Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu fördern.” Wenn Bewegung zur Herausforderung wird, unterstützen Therapeutinnen und Therapeuten dabei, individuelle Lösungen zu finden, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und langfristig aktiv zu bleiben. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Menschen in jeder Lebensphase zu begleiten und zu mehr Bewegung zu motivieren.
Im Kindesalter ist Bewegung ein wichtiger Entwicklungsreiz für Körper, Gehirn, Psyche und soziale Fähigkeiten und legt den Grundstein für ein gesundes Leben. Darauf wies Dr.in Greta Haselrieder, die derzeit ihre Facharztausbildung für Pädiatrie absolviert, hin. Bereits in jungen Jahren werden durch regelmäßige Bewegung wichtige Gewohnheiten geprägt, die oft ein Leben lang bestehen bleiben.
Bewegung ist für vieles gut
„Körperliche Aktivität fördert die Entwicklung von Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel, stärkt Muskeln und Knochen, verbessert Motorik und Koordination und unterstützt die kognitive Entwicklung. Gleichzeitig wirkt sie sich positiv auf die psychische Gesundheit aus, stärkt das Selbstwertgefühl, fördert soziale Kompetenzen sowie das Zugehörigkeitsgefühl und hilft Kindern, mit Frustrationen umzugehen, Selbstregulation zu erlernen und Durchhaltevermögen zu entwickeln”, erklärte Dr.in Haselrieder
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren täglich mindestens 60 Minuten Bewegung mit moderater bis hoher Intensität sowie dreimal pro Woche muskelstärkende Aktivitäten.
Eltern können die Bewegungsfreude ihrer Kinder gezielt fördern, indem sie Möglichkeiten für Bewegung schaffen, vielfältige Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren, Klettern oder Tanzen anbieten und selbst als Vorbilder aktiv sind. Entscheidend sei dabei nicht die Leistung, sondern die Freude an der Bewegung. Die Botschaft von Dr.in Haselrieder lautet: Eine bewegte Kindheit ist die beste Grundlage für ein gesundes Leben.
An der Podiumsdiskussion nahmen Dr. Neunhäuserer und Dr.in Haselrieder sowie die Physiotherapeutin Barbara Amhof teil. Ergänzt wurde die Gesprächsrunde durch Dr. Thomas Völkl, Facharzt für Innere Medizin. Gemeinsam diskutierten sie die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit, die Prävention und die Therapie von Erkrankungen sowie die Möglichkeiten, körperliche Aktivität nachhaltig in den Alltag und die Gesundheitsversorgung zu integrieren.
Unter den Gästen befanden sich auch Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann und Landesrat Dr. Hubert Messner. Sie dankten in ihren Grußworten den Fachleuten des Südtiroler Sanitätsbetriebes, die mit Veranstaltungen dieser Art, wichtige Themen der Bevölkerung näherbringen. Sie motivierten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, viel Wissen mitzunehmen, die Gelegenheit zu nutzen, um Fragen zu stellen und gleich morgen mit körperlicher Aktivität zu beginnen.
Den Zuhörenden wurde als zentrale Botschaft des Abends mit auf den Weg gegeben: Gesundheit ist unser wertvollstes Gut, weshalb es sich lohnt, regelmäßig und bewusst in sie zu investieren.




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