Neue WIFO-Studie zeigt: Auch Landwirtschaft, Handwerk und weitere Branchen profitieren

Gastgewerbe: Mit 3,5 Mrd. Euro Wertschöpfung an dritter Stelle der Wirtschaftsbereiche

Donnerstag, 15. Oktober 2026 | 12:07 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Mit einer Wertschöpfung von rund 3,5 Milliarden Euro liegt das Hotel-. und Gastgewerbe laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts der Handelskammer Bozen (WIFO) an dritter Stelle aller Wirtschaftsbereiche.

“Die Studie macht dabei deutlich, dass die wirtschaftliche Bedeutung des Gastgewerbes weit über Beherbergungsbetriebe, Gasthäuser, Restaurants und Bars hinausreicht. Denn die Betriebe kaufen Lebensmittel und Getränke ein, benötigen Energie und Dienstleistungen und vergeben Aufträge an zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche. Allein für Erzeugnisse des verarbeitenden Gewerbes weist das WIFO Vorleistungen des Gastgewerbes von rund 532 Millionen Euro aus. Weitere 175 Millionen Euro entfallen auf landwirtschaftliche Erzeugnisse und rund 103 Millionen Euro auf Energie, Wasser und Abfallentsorgung”, schreibt der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) in einer Presseaussendung.

Hohe Wertschöpfung, starke Verflechtungen

Besonders bemerkenswert sei die hohe Wertschöpfungsquote: “Von 100 Euro Produktionswert entstehen im Gastgewerbe rund 67 Euro Wertschöpfung. Im Durchschnitt der Südtiroler Wirtschaft sind es 51 Euro. Die Wertschöpfung umfasst unter anderem Löhne, Abschreibungen und Betriebsüberschüsse und ist nicht mit dem Unternehmensgewinn gleichzusetzen”, heißt es weiter.

„Diese Zahlen zeigen, welchen bedeutenden Beitrag Beherbergung und Gastronomie für die heimische Wirtschaft leisten. Das Gastgewerbe zählt zu den größten Wertschöpfungsträgern des Landes und ist gleichzeitig ein wichtiger Auftraggeber für zahlreiche andere Branchen. Davon profitieren Lieferanten, Dienstleister und viele weitere Unternehmen“, betont HGV-Präsident Klaus Berger.

Auch eine interne Hochrechnung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) auf Grundlage von Daten aus knapp 950 Betrieben hatte bereits ähnliche Ergebnisse gezeigt und unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors.  „Das zeigt über welche gute Datenbasis der HGV verfügt und wie präzise der Verband daraus Ableitungen für die gesamte Branche machen kann“, so HGV-Direktor Raffael Mooswalder.

Qualität und Innovation als Erfolgsfaktoren

“Die WIFO-Studie zeigt zudem, dass das Gastgewerbe im Vergleich zu anderen Branchen besonders arbeitsintensiv ist. Die Wertschöpfung je geleisteter Arbeitsstunde beträgt 40,70 Euro und liegt damit unter dem Südtiroler Durchschnitt von 54,80 Euro. Ein wesentlicher Grund ist der sehr hohe Anteil an persönlichen Dienstleistungen, die sich nur begrenzt automatisieren lassen. Um die wirtschaftliche Leistung der Gastbetriebe weiter zu stärken, müssen wir auf Qualität, gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Digitalisierung und effiziente Abläufe setzen. Gleichzeitig gilt es, regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern, damit möglichst viel Wertschöpfung in Südtirol bleibt“, unterstreicht Mooswalder.

Die WIFO-Studie erfasst die unmittelbare wirtschaftliche Leistung des Gastgewerbes. “Die gesamte wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus reicht jedoch darüber hinaus, da Gäste auch im Handel, bei Seilbahnen sowie für Mobilität und Freizeitangebote Geld ausgeben. Diese zusätzlichen Effekte sollen in einer weiterführenden WIFO-Untersuchung analysiert werden”, heißt es abschließend in einer Presseaussendung des HGV.

Bezirk: Bozen

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