INPS-Sozialbericht - Licht und Schatten

Gehälter in Südtirol rund 20 Prozent höher als im Trentino

Donnerstag, 15. Oktober 2026 | 11:08 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Laut dem Sozialbericht des Renteninstituts INPS verdienen Beschäftigte in Südtirol deutlich mehr als im Trentino. Zudem bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das betrifft Gehälter, Beschäftigungsformen und Renten.

Der Arbeitsmarkt in Südtirol und im Trentino entwickelt sich positiv, doch bei den Löhnen gehen die beiden Provinzen deutlich auseinander. Das zeigt der Sozialbericht 2025 des staatlichen Fürsorgeinstituts INPS. Laut den Daten für 2024 betrug der durchschnittliche Tageslohn in Südtirol 114,40 Euro für Männer und 80,20 Euro für Frauen. Im Trentino waren es hingegen 97 Euro beziehungsweise 72,80 Euro.

Die Unterschiede zeigen sich in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Gleichzeitig verdienen Frauen deutlich weniger als Männer und sind häufiger in befristeten oder Teilzeitverhältnissen beschäftigt. Besonders ausgeprägt ist die Lohnschere im Gastgewerbe: Dort lag der durchschnittliche Tageslohn bei Frauen bei 67,30 Euro, bei Männern bei 84,40 Euro. Auch im Energiesektor verdienten Frauen mit 125 Euro pro Tag weniger als Männer mit 151 Euro.

Gute Beschäftigungslage, aber mehr Unsicherheit im Trentino

Bei der Beschäftigung stehen beide Provinzen besser da als der italienische Durchschnitt. Die Beschäftigungsquote lag 2025 in Südtirol bei 73,9 Prozent und im Trentino bei 71,9 Prozent. Italienweit waren es 62,5 Prozent. Auch die Arbeitslosigkeit fiel mit 1,8 Prozent in Südtirol und 2,2 Prozent im Trentino deutlich geringer aus als im nationalen Schnitt von 6,2 Prozent.

Während in der Region unbefristete Arbeitsverhältnisse zunahmen, wuchs im Trentino die Zahl prekärer Beschäftigungsformen. Als möglicher Faktor gilt die starke Bedeutung des Tourismussektors. Insgesamt wurden 2025 in der Region 258.243 Arbeitsverhältnisse begonnen und 249.450 beendet.

Weniger neue Renten

In Südtirol und im Trentino bezogen insgesamt 264.963 Menschen eine Rente, darunter mehr Frauen als Männer. Im Jahr 2025 wurden 17.268 Renten neu zuerkannt – weniger als 2024 und 2022. Gleichzeitig stiegen die Beitragseinnahmen des INPS in der Region gegenüber dem Vorjahr um 15,8 Prozent und damit etwas stärker als italienweit mit 15,3 Prozent.

Als zentrale Herausforderung nennt das INPS weiterhin die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Trotz guter Beschäftigungszahlen und vergleichsweise hoher Löhne gebe es bei Einkommen, Vertragsbedingungen und Renten weiterhin deutliche Unterschiede.

Bezirk: Bozen

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