Delegation aus Südtirol informiert sich über öffentlichen Holzbau in Bayern

“Großes Potenzial, das es zu erschließen gilt”

Mittwoch, 04. November 2026 | 11:31 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Holz bietet große Chancen für nachhaltiges, regionales und architektonisch anspruchsvolles Bauen – auch und gerade bei öffentlichen Zweckbauten. Eine hochkarätige Delegation aus Südtirol hat sich vor Kurzem auf Einladung von IDM Südtirol und der Arbeitsgruppe ProRamus ein gelungenes Beispiel für ein öffentliches Bauvorhaben in Bayern angesehen. Die Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft sowie Vertreter:innen Südtiroler Leitbetriebe der Holzbranche erfuhren dabei Details über die Planung und den Bau des neuen Berufsschulzentrums für den Landkreis Regen. Zudem erhielten sie Einblicke in den politischen und öffentlichen Entscheidungsprozess des Landkreises zugunsten des Holzbaus. Ziel der Fachexkursion war es, wichtige Impulse und Erkenntnisse für den öffentlichen Holzbau in Südtirol mitzunehmen.

„Holz ist eine lokale Ressource, die regionale Wertschöpfungsketten stärkt und eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung unterstützt“, sagt Wohnbaulandesrätin Ulli Mair. Mit der Einrichtung des Holzbaufonds habe die Südtiroler Landesregierung ein wichtiges Instrument eingeführt, um den Einsatz des Rohstoffs Holz sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bau zu forcieren. „In Regionen rund um Südtirol, wie Tirol oder eben auch in Bayern, werden bereits zahlreiche öffentliche Gebäude in Holzbauweise realisiert. In Südtirol gibt es hier noch großes Potenzial, das wir als Landesregierung mit dem Holzbaufonds weiter erschließen möchten“, so Mair. Ziel müsse es sein, den Holzbau effizient weiterzuentwickeln, damit dieser auch im Bereich des leistbaren Wohnens eine Schlüsselrolle einnehmen könne.

Das Forcieren des Holzbaus in Südtirol ist auch eines der Ziele, das sich die südtirolweite Arbeitsgruppe ProRamus gesteckt hat. Sie beschäftigt sich mit der Holzwirtschaft als strategischem Sektor und vernetzt die Player dieser Branche miteinander. Koordiniert wird ProRamus von IDM Südtirol, welche die Fachexkursion nach Bayern organisiert hat. Zahlreiche Mitglieder der Arbeitsgruppe waren der Einladung zur Teilnahme gefolgt.

Besucht wurde das neue Berufsschulzentrum mit integrierter Fachoberschule in Regen in Niederbayern, ein Y-förmiger Holzbau, der in einer Holz-Beton-Hybridbauweise errichtet wird: Untergeschoss, Treppenhauskerne und die Aula werden aus Stahlbeton gefertigt, die restlichen Innen- und Außenwände entstehen in Holzbauweise. Das Bauvorhaben ist aktuell das größte Bauprojekt im Landkreis Regen, wird insgesamt circa 60 Millionen Euro kosten und soll mit Ostern 2027 seiner Bestimmung übergeben werden.

Mit dem Neubau wolle der Landkreis ein klares Zeichen für aktiven Klimaschutz setzen, erklärte der Regener Landrat Ronny Raith den Anwesenden das wichtige Motiv für die Entscheidung zur Holzbauweise. Das Architektenteam gab anschließend zusammen mit dem ausführenden Unternehmen Einblicke in Holzbaupraxis. Ein Besuch beim Holzbauunternehmen selbst rundete die Fachexkursion ab. Der Vorsitzende von „Holzbau Deutschland“ Peter Aicher begleitete die Exkursion, wodurch die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, sich mit ihm über Fachfragen auszutauschen.

„Südtirol hat eine starke Holzbaukompetenz. Wir sehen eine große Chance darin, den Anteil an Holzbauweise auch in Südtirol zu erhöhen – und das auch im öffentlichen Bereich, da sich der Rohstoff Holz hervorragend für große Bauwerke eignet“, sagt Margit Gamper, Direktorin Business Development von IDM. „Der fachliche Austausch zwischen den Südtiroler Teilnehmenden mit den Entscheidungsträgern, Planern und ausführenden Unternehmen vor Ort beleuchtete unter anderem die Frage, welches Potenzial der Holzbau im öffentlichen Bereich bietet und welche Ansätze dazu beitragen können, dieses Potenzial in Südtirol künftig noch stärker zu nutzen. Damit wollten wir einen Beitrag leisten, unserem Ziel näherzukommen: dem verstärkten Einsatz des Rohstoffes Holz beim Gebäudebau in Südtirol.“

Bezirk: Bozen

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