Auch Personalaufstockung

Nach 30 Jahren: Land verbessert Löhne der Berufsfeuerwehr

Montag, 12. Oktober 2026 | 15:44 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Mehr Einsätze, Aufgaben und Ausbildung haben die Arbeit der Berufsfeuerwehr stark verändert. Mit dem neuen Bereichsvertrag trägt das Land dieser Entwicklung Rechnung. Der Vertrag gilt rückwirkend ab 1. Jänner 2026 und verbessert Entlohnung und Arbeitsbedingungen deutlich.

Landeshauptmann und Zivilschutzlandesrat Arno Kompatscher, Personallandesrätin Magdalena Amhof sowie der Kommandant der Berufsfeuerwehr Bozen, Florian Alber haben den Vertrag am 12. Oktober in Bozen vorgestellt.

“Wer Tag und Nacht für die Sicherheit der Bevölkerung einsteht, braucht verlässliche und angemessene Rahmenbedingungen. Mit diesem Vertrag stärken wir unsere Berufsfeuerwehr und investieren zugleich in einen leistungsfähigen Zivilschutz”, betonte Landeshauptmann Kompatscher.

Laut Personallandesrätin Amhof ist der nach 30 Jahren erneuerte Vertrag ein klares Bekenntnis zur Berufsfeuerwehr. “Die Anforderungen sind gestiegen, die Einsätze sind komplexer geworden und die Überstundenbelastung ist sehr hoch. Mit diesem Paket verbinden wir Wertschätzung, bessere Entlohnung und mehr Planbarkeit der Dienste für das Personal und das Kommando”, sagte Amhof.

Von 2004 auf 2025 ist die Anzahl der jährlichen Einsätze um über 40 Prozent gestiegen; jährlich leisten die 149 Mitarbeitenden der Berufsfeuerwehr rund 32.000 Überstunden.

Der seit August geltende Vertrag bringt eine Reallohnerhöhung durch die Anrechnung von zusätzlichem Dienstalter. Zugleich werden die Feuerwehrdienst- und insbesondere die Turnusdienstzulage deutlich angehoben. Damit wird der anspruchsvolle Dienst der Feuerwehrleute anerkannt. Abgesehen von allgemeinen Inflationsanpassungen hatte es seit 1997 keine strukturelle Reallohnerhöhung gegeben.

Neu geregelt wurde auch die Mehrarbeit. Wenn Dienste nicht abgedeckt sind, kann Mehrarbeit mit Zustimmung des Personals im Voraus eingeplant werden. Änderungen im Turnusplan müssen dadurch früher als bisher angekündigt werden. Bei ungeplanten Einsätzen am arbeitsfreien Tag und ungeplanten Soforteinsätzen gibt es zusätzliche Vergütungen.

“Der Vertrag hilft uns, Dienste verlässlicher zu planen, Belastungsspitzen abzufedern und die Berufsfeuerwehr für die Zukunft gut aufzustellen. Davon profitieren unsere Einsatzkräfte, die Familien- und Freizeit dadurch verlässlicher planen können, und letztlich die gesamte Bevölkerung”, unterstrich Feuerwehrkommandant Alber.

Die Aufwertung geht laut Personallandesrätin Amhof mit einer personellen Stärkung einher. Denn während Einsätze, technische Aufgaben, die Dauer der Aus- und Fortbildung sowie die geleisteten Überstunden deutlich zugenommen haben, blieb der Stellenplan unverändert und konnte zudem nie vollständig besetzt werden. Deshalb wurde beim laufenden Ausbildungswettbewerb die Teilnahme von 25 Personen über die bestehenden freien Stellen hinaus vorausschauend zugelassen. Damit wolle das Land freiwerdende Stellen schneller besetzen und so Personalengpässe verhindern und Überstunden abbauen, so Amhof.

Vertreter der Berufsfeuerwehr bedankten sich im Namen der Bediensteten bei Landesrätin Amhof und Landeshauptmann Kompatscher für die Anerkennung, die der neue Vertrag ihrer Arbeit entgegenbringt.

Bezirk: Bozen

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