Die Preise rasselten zuletzt in den Keller

Nach Preisverfall: Frust bei Schweinebauern wächst

Freitag, 06. November 2026 | 12:13 Uhr

Von: importer

Für die heimischen Schweinebauern, die seit Monaten über hohen Preisdruck klagen, spitzt sich die Lage weiter zu. Mit 1,35 Euro pro Kilogramm Schlachtschwein stürzten die Preise für die Erzeuger zuletzt auf einen neuerlichen Tiefpunkt ab. Eine kostendeckende Produktion gehe sich so nicht mehr aus, so der Tenor in der Branche. Hintergrund sind Überschüsse in vielen europäischen Ländern, denen außerhalb des Kontinents mit China ein bedeutender Absatzmarkt weggebrochen ist.

“Momentan ist es so, dass hierzulande fast alle Betriebe negative Deckungsbeiträge schreiben”, berichtet Franz Rauscher, Obmann des Vereins Schweinehaltung Österreich, im Gespräch mit der APA. “Wir haben eine extreme Überproduktion in Spanien, Dänemark und auch in Deutschland. In Europa liegt der Selbstversorgungsgrad aktuell bei über 120 Prozent, unter anderem weil China den eigenen Bedarf mittlerweile fast ganz selbst deckt bzw. sich an anderen Märkten orientiert.” Hinzu komme, dass Tierfutter aufgrund der Dürre und Energieträger teurer würden – um halbwegs wirtschaftlich zu produzieren, bräuchte es aktuell rund 50 Cent mehr pro Kilogramm Schwein, rechnet Rauscher vor.

Wenig Alternativen für Schweinefleisch-Exporte

China hatte im vergangenen Jahr als Reaktion auf europäische Tariferhöhungen für chinesische E-Autos Zölle auf europäisches Schweinefleisch eingeführt. Zudem gab es zuletzt Exporteinschränkungen nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Spanien, dem größten Produzenten in Europa. Die Volksrepublik nahm europäischen Produzenten bisher vor allem Nebenprodukte wie Schweinsohren, -Pfoten oder -Schwänze ab. Andere Zielländer als Alternativen für europäische Schweineerzeugnisse ortet Rauscher aktuell nur wenige.

Als mögliche Rettung sieht Rauscher Gelder aus Brüssel bzw. einen Investitionsschwerpunkt im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die 2028 in ihre nächste Periode startet und über die gerade verhandelt wird. Entsprechende Initiative erhofft er sich von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP): “Man kann das so nicht laufen lassen, die Situation ist für viele Betriebe mittlerweile existenzbedrohend”, bekräftigte der Verbandsobmann. Als “mehr als ernst” beschrieb auch die Kärntner Landwirtschaftskammer die Lage am Freitag in einer Aussendung.

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