Von: Sophia Molitor
Bozen – Die Postzustellung in Südtirol hat sich erneut verlangsamt. Das zeigt eine Stichprobenerhebung der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), bei der Briefe zwischen Bozen und den Gemeinden des Landes verschickt wurden. Während die mittlere Zustellzeit 2024 noch bei 4,66 Werktagen lag, waren es 2026 bereits 6,57 Tage. Gleichzeitig sank der Anteil der Sendungen, die innerhalb des vorgesehenen Qualitätsziels ankamen, deutlich.
Für die Erhebung verschickte die VZS Briefe an die Südtiroler Gemeinden und die Bürgerzentren in Bozen. Die Empfänger wurden gebeten, den Ein- und Ausgang der Sendungen zu datieren und die Briefe zurückzuschicken. Die letzte Erhebung dieser Art hatte 2024 stattgefunden. Damals lag die durchschnittliche Zustellzeit bereits höher als bei der vorherigen Untersuchung. Die aktuelle Erhebung zeigt nun die längsten Laufzeiten seit zwölf Jahren.
Besonders lange waren die Zustellzeiten vom Unterland und aus dem Bezirk Salten-Schlern nach Bozen: Hier benötigten die Briefe mehr als elf Tage. Deutlich schneller waren Sendungen von Bozen ins Burggrafenamt, nach Bozen selbst und ins Pustertal. Die durchschnittliche Zustelldauer lag dort bei 2,36 beziehungsweise 2,67 Tagen.
Weniger Sendungen erreichen das Qualitätsziel
Auch bei der Einhaltung der Qualitätsvorgaben zeigt sich eine Verschlechterung. Von den 212 untersuchten Sendungen erreichten lediglich 105 das erste Qualitätsziel der Post. Das entspricht 49,53 Prozent – deutlich weniger als die von der Post vorgesehenen 90 Prozent. Für dieses Ziel muss Normalpost innerhalb von fünf Arbeitstagen nach dem Aufgabetag zugestellt werden.
Auch das zweite Qualitätsziel wurde laut VZS klar verfehlt. Es sieht vor, dass 98 Prozent der Sendungen innerhalb von sechs Arbeitstagen nach dem Aufgabetag ankommen. In der Stichprobe traf dies jedoch nur auf 51,52 Prozent der Briefe zu. Die Verbraucherzentrale bewertet diese Vorgabe kritisch und stellt infrage, inwieweit sie als aussagekräftiger Maßstab für die Zustellqualität dienen kann.
Zum Vergleich: 2024 hatten noch 69,42 Prozent der untersuchten Briefe das erste Qualitätsziel erreicht. Innerhalb von zwei Jahren ist dieser Anteil somit um rund 29 Prozent zurückgegangen.
Gleichzeitig sind die Portokosten gestiegen. Ein Normalbrief bis 20 Gramm kostete 2024 noch 1,25 Euro, 2026 sind es 1,30 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um rund vier Prozent. Demgegenüber steht der deutliche Rückgang bei der Einhaltung des ersten Qualitätsziels.
Lange Laufzeiten stellte die VZS auch bei internationalen Sendungen fest. Briefe aus Italien ins Ausland benötigten im Durchschnitt 13,22 Arbeitstage, Sendungen nach Italien 6,89 Tage. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Zustellzeit von 10,06 Arbeitstagen.
Bemerkenswert ist laut Erhebung, dass Briefe aus Europa nach Italien damit schneller ankamen als Sendungen aus Südtirol nach Bozen. Für Letztere wurde eine durchschnittliche Laufzeit von 10,41 Tagen angegeben.




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