HGV sieht Handlungsbedarf

Südtirol: Kurzzeitvermietungen wachsen drei Mal so schnell wie in Italien

Mittwoch, 14. Oktober 2026 | 14:14 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Das Angebot an touristischen Kurzzeitvermietungen in Südtirol wächst deutlich stärker als im italienischen Durchschnitt.

Im August 2026 wurden in Südtirol 9.351 Unterkünfte über Airbnb angeboten. Das entspricht einem Zuwachs von 19,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Italienweit stieg die Zahl der Inserate hingegen um 7,2 Prozent. Dies geht aus der aktuellen Studie „Turismo e shadow economy“ hervor, die der italienische Hoteliersverband Federalberghi im Oktober 2026 veröffentlicht hat.

Die Studie zeigt zudem, dass sich Kurzzeitvermietungen zunehmend zu einem professionellen Geschäft entwickeln. In Südtirol betreffen 88,2 Prozent der Airbnb-Inserate ganze Wohnungen oder Unterkünfte. 87,8 Prozent stammen von Anbietern, die mehrere Unterkünfte verwalten, und mehr als zwei Drittel der Angebote sind für über sechs Monate im Jahr verfügbar. Alle drei Werte liegen deutlich über dem italienischen Durchschnitt.

„Kurzzeitvermietungen gehören zum touristischen Angebot. Entscheidend ist aber, wie sich dieser Markt entwickelt und welche Auswirkungen das auf die Gemeinden hat. Denn dort, wo Gäste willkommen geheißen werden, leben auch Menschen, die Wohnraum benötigen“, betont HGV-Präsident Klaus Berger.

Professionalisierung und Auswirkungen auf den Wohnraum

Besonders viele Airbnb-Inserate verzeichnet die Studie in Meran (505), Bozen (340), Kastelruth (339), Abtei (279) und Brixen (261). Damit sind Kurzzeitvermietungen auch dort stark vertreten, wo bereits ein umfangreiches touristisches Angebot besteht, stellt der HGV fest.

„Fast neun von zehn Airbnb-Inseraten in Südtirol stammen von Anbietern, die mehrere Unterkünfte verwalten. Das hat mit der gelegentlichen Vermietung einer privaten Wohnung vielfach nur noch wenig zu tun“, erklärt HGV-Direktor Raffael Mooswalder. Gerade angesichts des angespannten Wohnungsmarktes brauche es verlässliche Daten darüber, wie Wohnungen tatsächlich genutzt werden.

Sicherheit und Kontrollen im Fokus

Handlungsbedarf sieht der HGV auch bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. “Laut Studie wird italienweit nur bei 55,6 Prozent der Airbnb-Inserate ein Feuerlöscher und bei 47,5 Prozent ein Kohlenmonoxidmelder angegeben. Ob die Ausstattung tatsächlich fehlt oder lediglich nicht im Inserat ausgewiesen wird, lässt sich daraus nicht ableiten. Für Südtirol liegen keine gesonderten Zahlen vor.”

“Zudem fehlte bei 688 Airbnb-Inseraten in Südtirol die vorgeschriebene nationale Identifikationsnummer CIN. Das entspricht 7,4 Prozent der Angebote, wobei eine fehlende Angabe nicht automatisch eine fehlende Registrierung bedeutet”, heißt es weiter.

Der HGV fordert eine konsequente Überprüfung der bestehenden Vorschriften, eine bessere Erfassung der touristischen Nutzung von Wohnungen und faire Rahmenbedingungen für alle Beherbergungsformen. Ziel sei es, die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten, den Wohnraum verantwortungsvoll zu nutzen und einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, heißt es abschließend in der Presseaussendung des HGV.

Bezirk: Bozen

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