Von: Lukas Unterkofler
Brixen – Tourismus schafft Wohlstand, erhöht in stark besuchten Regionen aber auch den Druck auf Wohnraum, Verkehr, Landschaft und Beschäftigte. Bei einer internationalen Tagung in Brixen forderten Vertreter aus neun EU-Ländern und der Schweiz deshalb einen gerechteren und sozial verträglicheren Tourismus.
49 Teilnehmende diskutierten von 10. bis 12. September in der Cusanus-Akademie über die Zukunft der Branche. Veranstaltet wurde die Tagung von der Europäischen Bewegung Christlicher Arbeitnehmer (EBCA), der auch der KVW angehört.
Im Mittelpunkt standen vor allem die Arbeitsbedingungen im Tourismus und die Belastungen für die lokale Bevölkerung. Gefordert wurden bessere Löhne, faire Arbeitsverhältnisse, leistbarer Wohnraum sowie verbindliche Grenzen für die touristische Entwicklung.
Auch die Situation in Südtirol wurde thematisiert. Das Land verzeichnete 2025 rund 38,2 Millionen Übernachtungen. Der Tourismus erwirtschaftet laut den bei der Tagung präsentierten Zahlen elf Prozent der direkten Wertschöpfung.
Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in Brixen, zu der mehr als 150 Menschen kamen, bestand Einigkeit über die große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus. Gleichzeitig wurden lange Arbeitszeiten, saisonale Beschäftigung, steigende Wohnkosten und Verkehrsprobleme als zentrale Herausforderungen genannt.
„Ein Tal ist nicht lebendig, weil seine Hotels voll sind“, sagte Hotelier Michil Costa. Lebendig bleibe es dann, wenn die Menschen, die dort arbeiten, es sich auch weiterhin leisten könnten, dort zu leben.
In ihrer Abschlusserklärung fordert die EBCA existenzsichernde Löhne, faire Arbeitsbedingungen und eine verpflichtende Beteiligung der Bevölkerung bei touristischen Planungen. Wohnraum dürfe den Einheimischen nicht weiter entzogen werden, natürliche Ressourcen seien keine unbegrenzt verfügbaren Waren.
„Tourismus darf kein Selbstzweck sein, der Landschaften ausbeutet, Wohnraum zerstört und Arbeitnehmer verheizt“, heißt es in der Erklärung.




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