Diesel am Donnerstag bei 2,169 Euro, Super bei 1,862 Euro

Treibstoffpreise zum Start der Spritpreisbremse gesunken

Freitag, 02. Oktober 2026 | 11:14 Uhr

Von: importer

Zur Neuauflage der Spritpreisbremse sind die Preise an den Zapfsäulen spürbar gesunken. Die Regulierungsbehörde E-Control registrierte am Donnerstag für Diesel einen Durchschnittswert von 2,169 Euro je Liter, Superbenzin notierte bei 1,862 Euro. Am Mittwoch hatte ein Liter Diesel noch 2,250 Euro gekostet, ein Liter Super 1,943 Euro, geht aus Daten der Behörde hervor.

Am Donnerstag ist die zweimonatige Spritpreisbremse der Bundesregierung in Kraft getreten, die vorläufig bis zum 30. November befristet ist. In den zwei Monaten soll der Spritpreis um 12 Cent je Liter fallen. Die Ersparnis setzt sich dabei aus einer Reduktion der Mineralölsteuer und einer Margenbegrenzung zusammen, wobei Letztere in der Regierung lange umstritten war. ÖVP, NEOS und Wirtschaftsvertreter sprachen sich gegen einen Eingriff in die Preisgestaltung aus, die SPÖ war dafür.

IHS erwartet leichte Inflationsdämpfung

Der Energiehandel hatte im Vorfeld sogar vor einem Tankstellensterben gewarnt. Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher wiederum sprach sich für alternative Maßnahmen aus. Konkret könne man “die besonders betroffenen Pendler entlasten”. IHS-Ökonom Sebastian Koch erwartet, dass durch die Preisbremse der Regierung die Inflationsrate um ungefähr 0,2 Prozentpunkte gedämpft wird.

Der Dieselmarkt ist derzeit weltweit angespannt und die Preise sind hoch. Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) betonte vor einem Treffen der EU-Energieministerinnen und -minister am Freitag, dass die Versorgung mit Diesel in Österreich gewährleistet sei. “Wir beobachten derzeit einen sehr engen Markt, aber keine akute physische Dieselknappheit in Österreich. Unsere Versorgung ist gewährleistet”, so Zehetner.

VCÖ kritisiert Gießkannenprinzip bei Spritpreisbremse

Mit der Spritpreisbremse unterstütze die Regierung vor allem Besserverdienende, kritisierte unterdessen der VCÖ die Maßnahme gegen hohe Treibstoffpreise. Haushalte mit einem Monatseinkommen von mehr als 5.000 Euro tankten fast dreieinhalb Mal so viel Sprit wie Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 2.200 Euro, verwies der VCÖ am Freitag auf Daten der Konsumerhebung der Statistik Austria. Mit der Senkung der Treibstoffpreise um rund 12 Cent pro Liter würde der Mehrverbrauch unterstützt.

Haushalte mit einem Einkommen bis 2.200 Euro monatlich gaben laut der Konsumerhebung für 2024/25 monatlich rund 61 Euro für Treibstoff aus. Bei einem Monatseinkommen von mehr als 5.000 Euro stieg die Tankrechnung auf durchschnittlich 207 Euro. Für VCÖ-Expertin Maria Schenk ist die Spritpreisbremse daher aus sozialer und ökonomischer Sicht widersinnig. Der VCÖ spricht sich deshalb für eine bedarfsorientierte Unterstützung aus.

Günstigere Spritpreise auch in Deutschland

Auch in Deutschland sind zum Start des dort neuen Tankrabatts die Spritpreise gesunken. Demnach sanken die Treibstoffpreise durchschnittlich um rund 13 Cent, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Zahlen des deutschen Automobilclubs ADAC. Demnach kostete ein Liter Superbenzin am Donnerstag im Schnitt 2,114 Euro und Diesel 2,262 Euro.

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