Erntedankfestes des Südtiroler Bauernbundes

“Um Stadtbevölkerung bewusst zu machen, was das Land leistet”

Samstag, 17. Oktober 2026 | 17:45 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Für einen Tag stand der Waltherplatz in Bozen wieder ganz im Zeichen des Erntedankfestes des Südtiroler Bauernbundes. Bei perfektem Herbstwetter nutzten unzählige Konsumentinnen und Konsumenten die Gelegenheit, lokale Produzentinnen und Produzenten kennenzulernen und direkt bei ihnen einzukaufen. Besonders wurde heuer für die herausfordernde Ernte gedankt.

Seit Jahrhunderten feiern Bäuerinnen und Bauern weltweit ein Fest, um für die gute Ernte zu danken und auf die hohe Qualität und Vielfalt ihrer Produkte aufmerksam zu machen. Zugleich erinnern sie daran, welche zusätzlichen Leistungen die Landwirtschaft insgesamt erbringt: die Pflege der Kulturlandschaft, den Erhalt von Tradition und Brauchtum, die Schaffung von Arbeitsplätzen oder – ganz allgemein – die Sicherung der Attraktivität des ländlichen Raumes.

Der Südtiroler Bauernbund lädt seit über zwei Jahrzehnten die Bürgerinnen und Bürger ein, gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern auf dem Waltherplatz in Bozen zu feiern. „Mit dem Erntedankfest will der Südtiroler Bauernbund auf die Vielfalt und Qualität der heimischen bäuerlichen Lebensmittel aufmerksam machen. Das Beste haben wir vor der eigenen Tür. Es ist wichtig, in die Stadt zu kommen und den Kontakt mit den Konsumentinnen und Konsumenten zu suchen“, erklärte Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser. Auch der Dank für die Ernte sei ihm wichtig, gerade in einem Jahr wie heuer. „Durch die Hitze und die Trockenheit war die heurige Produktion eine Herausforderung. Am Ende können wir aber wieder sehr zufrieden sein.“

Für den EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann sei es wichtig, der Stadtbevölkerung bewusst zu machen, wie viel Unternehmertum und Verantwortungsbewusstsein im ländlichen Raum stecke. Auch müsse das Bewusstsein für Ernährung und Lebensmittel gestärkt werden. „Hinter jedem Lebensmittel stehen Menschen, die dafür hart arbeiten.“

Landesrat Luis Walcher erinnerte daran, dass es für eine gute Ernte „den Segen von oben“ brauche – gerade in einem so schwierigen Jahr wie heuer. Dass im Herzen von Bozen gedankt und gefeiert werde, sei wichtig. „Die vielen Besucherinnen und Besucher zeigen, dass heimische Lebensmittel geschätzt werden.“
Für Bürgermeister Claudio Corrarati „ist das Erntedankfest eine gute Gelegenheit, Danke zu sagen. „Mit über 400 Bauernhöfen ist die Landwirtschaft in Bozen eine wichtige Realität, die wir beschützen müssen.“ Neben dem Bürgermeister-Wasser gebe es übrigens auch den Bürgermeister-Wein.

Stadträtin Johanna Ramoser unterstrich, dass Bozen auch eine Weinstadt sei und die drittgrößte Weinbaugemeinde Südtirols. Bäuerinnen und Bauern produzierten nicht nur Lebensmittel, sondern pflegten auch die Landschaft, wie rund um Bozen zu sehen sei.

Dekan Bernhard Holzer bekräftigte, dass es für eine gute Ernte fleißige Menschen unten und den Segen von oben brauche. „Auf dem Erntedankfest ist zu sehen, was der Boden an Produkten hergibt und fleißige Hände weiterveredeln.“ Den festlichen Höhepunkt des Erntedankfestes bildete die Segnung der Früchte durch den Bozner Dekan Bernhard Holzer.

33 Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter, davon 16 mit dem Qualitätssiegel „Roter Hahn“, präsentierten auf dem größten Bauernmarkt Südtirols ihre Produkte und luden zum Verkosten und Kaufen ein. Die Produktvielfalt reichte von Obst, Gemüse und Kastanien über Fruchtaufstriche, -sirup und -säfte sowie Kräuter bis hin zu Brot- und Backwaren, Fleisch- und Käsespezialitäten, Weinen und Destillaten.

Neben den Direktvermarkterinnen und Direktvermarktern waren auch verschiedene bäuerliche Verbände und Organisationen sowie Vermarktungseinrichtungen auf dem Erntedankfest vertreten. Für die kleinen Besucher gab es wieder das beliebte Heuhüpfen. Bei „Bäuerinnen zeigen, wie’s geht“ kochten Bäuerinnen traditionelle bäuerliche Gerichte vor. Mehrere Musikgruppen sorgten für musikalische Unterhaltung.

Das Erntedankfest stand unter der Schirmherrschaft der Stadtgemeinde Bozen. Die Veranstaltung wurde von der Abteilung Wirtschaft, der Handelskammer Bozen und der Südtiroler Gärtnervereinigung unterstützt und war als Green Event organisiert.

Bezirk: Bozen

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