Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Aufgrund des demografischen Wandels wird Südtirol künftig auf das Potenzial aller verfügbaren Arbeitskräfte angewiesen sein. In den kommenden zehn bis 15 Jahren werden rund 30.000 Arbeitskräfte fehlen. Umso wichtiger ist es, junge Talente hier zu halten, Südtiroler im Ausland für eine Rückkehr zu gewinnen, Frauen stärker in den Arbeitsmarkt einzubinden und gleitende Übergänge in den Ruhestand zu ermöglichen. Dies alles wird aber nicht reichen. Das schreibt der Unternehmerverband Südtirol
„Der Unternehmerverband Südtirol weist seit vielen Jahren darauf hin, dass Südtirol auf Arbeitskräfte von außerhalb angewiesen ist. Das betrifft alle Bereiche, sowohl die Privatwirtschaft als auch den öffentlichen Sektor, angefangen bei Pflege und Gesundheitswesen. Wie wichtig uns dieses Anliegen ist, zeigt auch die Tatsache, dass die Zuständigkeit für Integration ausdrücklich in unserem Präsidium verankert ist. Wir nehmen diese Verantwortung aktiv wahr. Der kontinuierliche Austausch mit den Gewerkschaften und Sozialverbänden unterstreicht dies zusätzlich“, betont Alexander Rieper, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol. „Wer unseren Wohlstand, unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Finanzierung unseres Sozialsystems langfristig sichern will, muss Zuwanderung als Teil der Lösung begreifen und nicht nur als Herausforderung.“
Vor allem aber seien es die Unternehmen, die diese Verantwortung tagtäglich wahrnehmen. „Unsere Mitgliedsunternehmen, in denen Menschen aus rund 100 Nationen arbeiten, leisten bereits einen konkreten Beitrag zur Integration. Sie organisieren Sprachkurse, investieren in Aus- und Weiterbildung, unterstützen bei der Wohnungssuche und begleiten neue Mitarbeiter bei ihrer Eingliederung in Betrieb und Gesellschaft. Integration findet im Alltag statt: Unternehmen schaffen Begegnungsmöglichkeiten, fördern das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und nehmen Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten“, erklärt Evelyn Kirchmaier, Vizepräsidentin des Unternehmerverbandes Südtirol mit Zuständigkeit für Integration.
Gleichzeitig betont der Unternehmerverband, dass Unternehmen nicht sämtliche Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen können. Immer häufiger wird von den Betrieben erwartet, Wohnraum bereitzustellen, Integration zu fördern, Bildung mitzufinanzieren, Kinderbetreuung zu ermöglichen oder kulturelle Initiativen zu unterstützen. „Die Verantwortung für eine gelungene Integration muss von allen Akteuren gemeinsam getragen werden. Insbesondere die öffentliche Hand ist gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und ihren Aufgaben gerecht zu werden“, unterstreicht Evelyn Kirchmaier.
Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind vorhanden: „Unsere Unternehmen schaffen sichere Arbeitsplätze, zahlen faire Löhne, generieren Wertschöpfung und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zu den Einnahmen des Landeshaushalts. Die Leistungsfähigkeit der Südtiroler Wirtschaft bildet eine wesentliche Grundlage für die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates und der öffentlichen Dienstleistungen. Eine gute Wirtschaftspolitik ist daher auch gleichzeitig eine gute Sozialpolitik“, so Rieper abschließend.




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