Schuldendienst und Zollrückerstattungen waren Haupttreiber

US-Etatdefizit steigt auf fast zwei Billionen Dollar

Freitag, 16. Oktober 2026 | 22:30 Uhr

Von: importer

Das US-Haushaltsdefizit ist im abgelaufenen Fiskaljahr 2026 auf fast zwei Billionen Dollar (1,78 Bio. Euro) gestiegen. Es kletterte um 217 Milliarden Dollar auf 1,99 Billionen Dollar, wie das US-Finanzministerium am Freitag mitteilte. Zurückzuführen ist dies zum Teil auf Rückerstattungen von Zöllen, die von Präsident Donald Trump verhängt und vom Obersten Gericht wieder aufgehoben wurden, und auf Rekordausgaben für den hohen Schuldendienst.

Es ist das größte Haushaltsdefizit seit fünf Jahren, als die Hilfen in der Corona-Pandemie viel Geld kosteten, und das drittgrößte in der Geschichte der USA. Das Haushaltsjahr endete am 30. September und war das erste komplette Fiskaljahr der zweiten Amtszeit von Trump. Im Haushaltsjahr 2025 hatte das Defizit noch bei 1,78 Billionen Dollar gelegen.

Schuldendienst und Zollerstattungen waren Haupttreiber

Als wesentliche Treiber für das wachsende Defizit nannte das Ministerium die Kosten für den Schuldendienst sowie sinkende Zolleinnahmen. Die Ausgaben für Zinszahlungen stiegen um zwölf Prozent auf den Rekordwert von 1,36 Billionen Dollar. Diese Ausgabenkategorie wird in den USA mittlerweile nur noch von den staatlichen Renten- und Gesundheitsprogrammen übertroffen. Die Gesamtverschuldung der USA hatte vor rund zwei Monaten die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten.

Zudem belasteten Zollerstattungen den Haushalt: Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs, das einen Großteil der von Trump eingeführten Zölle für ungültig erklärte, mussten 145 Milliarden Dollar an Erstattungen gezahlt werden. Die Netto-Zolleinnahmen sanken dadurch um elf Prozent auf rund 173 Milliarden Dollar.

Die Gesamtausgaben der USA stiegen im abgelaufenen Haushaltsjahr um sechs Prozent auf den Rekordwert von 7,40 Billionen Dollar. Die Einnahmen wuchsen um drei Prozent auf den Höchstwert von 5,40 Billionen Dollar. Zu den steigenden Ausgaben trugen zudem höhere Kosten für Sozialleistungen sowie ein Anstieg der Militärausgaben um sechs Prozent auf 917 Milliarden Dollar bei.

Ein Vertreter des Finanzministeriums erklärte, es sei unklar, wie viel dieses Anstiegs auf den von Trump und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran zurückzuführen sei. Das Defizit entsprach geschätzten 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nach 5,8 Prozent im Vorjahr. Im September, dem letzten Monat des Haushaltsjahres, verzeichneten die USA ein Defizit von 27 Milliarden Dollar, verglichen mit einem Überschuss von 198 Milliarden Dollar im Vorjahresmonat.

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