Trentino-Südtirol besonders betroffen

Verbraucherschützer warnen vor gestiegenen Heizkosten

Samstag, 07. November 2026 | 11:59 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen/Trient – Der Verbraucherschutzbund Codacons schlägt Alarm: Angesichts der aktuellen Strom- und Gaspreise auf dem freien Markt droht den Haushalten im Trentino-Südtirol im kommenden Winter eine deutliche Mehrbelastung beim Heizen. Wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht, muss eine für eine Familie mit variablem Tarif in der Wintersaison schätzungsweise 1.303 Euro im Schnitt für die Gasrechnung ausgeben. Das bedeutet ein Plus von rund 310 Euro im Vergleich zum Winter im Jahr zuvor.

Für Haushalte mit einem Festpreisvertrag wird mit Kosten von etwa 954 Euro gerechnet. Grund für den deutlichen Anstieg seien die krisenbedingten Preissteigerungen auf den Energiemärkten in Folge des Konflikts im Nahen Osten.

Norditalien durch Klima und Verbrauch besonders stark betroffen

Für die Hochrechnungen nutzte Codacons Daten der Regulierungsbehörde Arera zum tatsächlichen Gasverbrauch (Stand 2024) sowie Durchschnittspreise und jüngste Erhebungen des gesamtstaatlichen Statistikinstituts ISTAT zum freien Markt.

Durch die klimatischen Bedingungen und die geografische Lage fällt der Gasverbrauch je nach Region in Italien sehr unterschiedlich aus. Während der nationale Durchschnitt für Kunden mit variablem Tarif im Winter bei etwa 860 Euro liegt, gehören das Trentino-Südtirol (1.303 Euro) und das Aostatal (über 1.300 Euro) gefolgt von der Lombardei (1.180 Euro) und Venetien (1.095 Euro) zu den Spitzenreitern bei den Heizkosten. Am geringsten fällt die Belastung in Süditalien aus: Auf Sizilien wird etwa mit durchschnittlichen Kosten von 487 Euro gerechnet.

Für Verbraucher mit einem auf zwölf oder 24 Monate fixierten Gastarif schätzt Cadocons die durchschnittlichen Kosten im Winter auf rund 630 Euro – vorausgesetzt, die Tarife blieben auf dem Vorjahresniveau.

Weitere Preissteigerungen nicht ausgeschlossen

Im Vergleich zum Zeitraum Dezember 2025 bis März 2026 bedeutet der aktuelle Preisanstieg im freien Markt für variabel abgerechnete Verträge eine landesweite Mehrbelastung von im Schnitt 205 Euro pro Haushalt. Das Trentino-Südtirol gehört mit einem Plus von 310 Euro zu den am stärksten von den Teuerungen betroffenen Regionen im Staatsgebiet. Übertroffen wird die Region nur vom Aostatal mit einem Plus von 329 Euro.

Codacons warnt zudem vor weiteren Belastungen: Sollte es in den kommenden Wochen an den Energiemärkten erneut zu Preisausschlägen kommen, dürften die Gastarife für Kunden mit variablen Verträgen sowie für schutzbedürftige Verbrauchergruppen noch weiter steigen.

Bezirk: Bozen

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