Unternehmer plädieren für Senkung der IRAP

Vom Rekordhaushalt zum Zukunftshaushalt

Montag, 02. November 2026 | 17:16 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Mit einem Haushaltsvoranschlag von 9,17 Milliarden Euro verfügt Südtirol im kommenden Jahr über den größten Landeshaushalt seiner Geschichte. „Die Stärkung unserer Autonomie, vor allem aber die positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre haben wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen. Starke Unternehmen sind die Grundlage für Beschäftigung, Wertschöpfung und letztlich auch für die Finanzierung sozialer Leistungen“, betont der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper.

Die Unternehmen, insbesondere die international tätigen Betriebe, stünden derzeit unter erheblichem Druck. Hohe Energie- und Rohstoffkosten, Lieferengpässe, zunehmende Bürokratie, geopolitische Unsicherheiten und ein immer intensiverer internationaler Wettbewerb würden die wirtschaftliche Entwicklung belasten. „Die rückläufigen Exporte im zweiten Quartal 2026 sowie das schwache Wirtschaftswachstum in unseren wichtigsten Absatzmärkten Italien, Deutschland und Österreich zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg keineswegs selbstverständlich ist“, so Rieper.

Umso wichtiger sei es, Vertrauen zu schaffen und auch den Unternehmen ein positives Signal zu geben. „Entlastungen in Form von Steuersenkungen, Vereinfachungen und Bürokratieabbau sind die schnellste und wirksamste Unterstützung. Das gilt für Familien ebenso wie für Unternehmen“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol.

Die angekündigte Erhöhung der Freibeträge beim regionalen Irpef-Zuschlag geht laut Unternehmerverband in die richtige Richtung. Ein weiterer konkreter Hebel sei die Senkung der IRAP. Die jüngst veröffentlichten ASTAT-Daten zeigen, dass die Löhne in industriell organisierten Unternehmen deutlich über dem Südtiroler Durchschnitt liegen, und zwar unabhängig von territorialen oder betrieblichen Zusatzabkommen. „Eine Reduzierung sowohl des ordentlichen als auch des ermäßigten IRAP-Steuersatzes wäre daher ein klares Zeichen an jene Betriebe, die hochwertige Arbeitsplätze sichern, in Innovation investieren und mit ihren Exporten Südtirols Botschafter in aller Welt sind“, betont Rieper.

Gute Wirtschaftspolitik sei zugleich auch gute Sozialpolitik. Denn Mittel für Soziales, Gesundheit, Bildung und andere öffentliche Dienstleistungen müssten zunächst erwirtschaftet werden. „Ein Rekordhaushalt sollte immer auch ein Zukunftshaushalt sein. Wer soziale Sicherheit langfristig gewährleisten will, muss heute die Rahmenbedingungen für Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit stärken“, so der Unternehmerverband Südtirol.

Ebenso wichtig seien Investitionen in Innovation, Digitalisierung, Infrastruktur und Energieeffizienz. „Gerade in einem zunehmend herausfordernden internationalen Umfeld muss Südtirol alles daransetzen, ein attraktiver Wirtschafts- und Produktionsstandort zu bleiben. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch künftig ausreichend Mittel für Familien, Soziales, Gesundheit und Bildung zur Verfügung stehen“, sagt Rieper abschließend.

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