Regionenmarke soll Lebensmittelbranche stärken

Wäre ein “Made in Südtirol” hilfreich?

Freitag, 06. November 2026 | 15:47 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Die Mitgliedsunternehmen der Sektion Lebensmittel im Unternehmerverband Südtirol haben sich in den vergangenen Tagen getroffen, um gemeinsam mit Vertretern des Landes Südtirol, von IDM und der Handelskammer Bozen über die Zukunft der Branche und die Perspektiven der Regionenmarke zu diskutieren.

Der Lebensmittelsektor ist eine treibende Kraft der Südtiroler Exportwirtschaft. Im Jahr 2025 exportierte Südtirol Lebensmittel und Getränke im Wert von 1,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von rund 17 Prozent am gesamten Exportvolumen des Landes. „Die Lebensmittelprodukte sind Botschafter Südtirols in der Welt – mit zunehmender Bedeutung. Seit 2020 sind die Exporte um rund 50 Prozent gestiegen. Die Unternehmen unserer Branche beweisen, dass sie dank ihrer hohen Qualität und ihrer kontinuierlichen Innovationskraft auf den internationalen Märkten weiterhin wettbewerbsfähig sind”, betonte Thomas Brandstätter, Präsident der Sektion Lebensmittel im Unternehmerverband Südtirol. Die Sektion zählt rund 40 Unternehmen mit knapp 4.100 Beschäftigten.

Regionenmarke soll auch den Industriesektor stärken

Im Mittelpunkt des Treffens, an dem auch Ulrich Höllrigl, Direktor des Ressorts für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus der Provinz Bozen, teilnahm, stand die Frage, wie die Regionenmarke auch für die Produkte der industriellen Lebensmittelhersteller genutzt werden kann. Ziel ist es, entlang der gesamten Wertschöpfungskette einen Mehrwert zu schaffen und eine Lösung zu entwickeln, von der alle Beteiligten profitieren. „Made in Südtirol” könnte dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Südtirol auch über die Landesgrenzen hinaus und insbesondere auf den internationalen Märkten stärker zu positionieren.

Die Vielzahl der geltenden Vorschriften gleicht einem regelrechten Minenfeld, erklärte Lukas Pichler, Verantwortlicher für Produktsicherheit und Etikettierung in der Handelskammer Bozen. Er erläuterte die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verwendung freiwilliger geografischer Herkunftsangaben in der Lebensmittelwerbung, die über die bekannten geschützten geografischen Angaben und die Regionenmarke hinausgehen.

Barbara Schnitzer, Head Brand Management bei IDM, unterstrich, dass die Regionenmarke nicht nur dazu dient, das Land als Tourismusdestination zu positionieren, sondern zunehmend auch als Standort für innovative Unternehmen und als attraktiven Ort zum Arbeiten.

„Wir unterstützen die Bemühungen von IDM, Südtirol als attraktiven Arbeitsstandort zu positionieren, für Menschen, die hier beruflich tätig sein möchten. Angesichts des demografischen Wandels ist es von grundlegender Bedeutung, unsere Talente im Land zu halten und gleichzeitig auch Arbeitskräfte von außerhalb Südtirols zu gewinnen”, betonte Mirco Marchiodi, Direktor des Unternehmerverbandes Südtirol, abschließend.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen