Tagung der Freien Universität Bozen

Waldbrände in den Alpen: Wie lassen sich Ökosysteme wiederherstellen

Dienstag, 13. Oktober 2026 | 13:29 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Mit steigenden Temperaturen und längeren Trockenphasen wächst auch im Alpenraum das Risiko von Waldbränden. Welche Folgen Feuer für Bergökosysteme hat und wie Wälder nach Bränden regeneriert und bewirtschaftet werden können, steht im Zentrum einer internationalen Tagung der Freien Universität Bozen am 22. und 23. Oktober im NOI Techpark. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind bis 19. Oktober möglich.

Waldbrände sind in den Alpen kein neues Phänomen. Doch mit dem Klimawandel verändern sich die Bedingungen, unter denen sie entstehen können. „Es wird wärmer und phasenweise trockener. Damit vergrößert sich das Zeitfenster, in dem die Bedingungen für einen Brand günstig sind“, sagt Camilla Wellstein, Professorin für Vegetationsökologie an der Freien Universität Bozen und Organisatorin der Tagung. „Wir tun gut daran, uns genauer anzusehen, was wir bereits gelernt haben, wo die Probleme liegen und welche Ansätze wir für die Zukunft brauchen.“ Genau hier setzt die internationale Konferenz „Fire in the Alps – Forest Fire Ecology and Restoration Strategies in Mountain Regions“ an. Forschende aus Italien, Deutschland, Kroatien und den USA diskutieren gemeinsam mit Fachleuten aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung, wie Feuer auf Waldökosysteme wirkt, welche Rolle unterschiedliche Brandintensitäten spielen und wie sich betroffene Flächen langfristig entwickeln. Denn während kleinere Brände als natürliche Störungen auch neue Lebensräume schaffen können, können großflächige und intensive Feuer Böden und Ökosysteme über Jahrzehnte prägen.

Den internationalen Blick eröffnet Scott Franklin von der University of Northern Colorado, der Erfahrungen mit großflächigen Waldbränden und Wiederherstellungsstrategien in Colorado vorstellt. Weitere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der Regeneration von Wäldern nach Bränden, Biodiversität, Luftqualität und neuen Technologien zur Beobachtung von Brandflächen. Mehrere Vorträge richten den Blick gezielt auf die Auswirkungen von Bränden in alpinen Systemen – etwas auf das Mikroklima und die Bodenfeuchte in unterschiedlich stark betroffenen Flächen. Am Nachmittag bringt ein Round Table Forschende mit Vertreterinnen und Vertretern des Bevölkerungsschutzes und der Forstdienste in Südtirol und dem Trentino zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, die über die Forschung hinausgehen: Wie gut ist der Alpenraum auf eine veränderte Waldbrandsituation vorbereitet? Wo besteht Handlungsbedarf und welche Erkenntnisse aus Forschung und internationaler Erfahrung lassen sich für Prävention und Management nutzen?

Am zweiten Konferenztag führt eine Exkursion in den Raum Latsch/St. Martin, wo die Teilnehmenden eine von Waldbrand betroffene alpine Landschaft vor Ort besichtigen. Die englischsprachige Tagung wird vom Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit der Freien Universität Bozen in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften und der Fakultät für Ingenieurwesen von Prof.in Camilla Wellstein, Prof. Enrico Tomelleri, Prof. Andrea Gasparella und dem Forscher Gianmarco Tavilla organisiert und findet in der Aula Magna der Fakultät für Ingenieurwesen am NOI Techpark statt. Sie steht allen Interessierten offen, allerdings ist für eine Teilnahme eine Anmeldung innerhalb 19. Oktober erforderlich (online unter: https://bit.ly/fire_ecology).

Die Veranstaltung ist von der Kammer der Agronomen und Forstwirte der Autonomen Provinz Bozen als Fortbildung anerkannt.

Bezirk: Bozen

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