Von: Lukas Unterkofler
Bozen – „Kein Hunger“: so lautet das zweite der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, abgekürzt SDGs).
„Innerhalb 2030 sollen alle Menschen auf der Erde ganzjährig Zugang zu ausreichender, sicherer und nährstoffreicher Nahrung haben und der Hunger beendet sein“, erläutert Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, „auch sollen alle Formen der Mangelernährung beseitigt sein.“
Doch obwohl die Weltgemeinschaft in den letzten Jahren durchaus einige Verbesserungen erzielt hat, sind Hunger und unzureichender Zugang zu gesunder Ernährung noch immer weit verbreitet. Darauf macht die FAO, die Ernährung- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, anlässlich des Welternährungstages (World Food Day) am 16. Oktober aufmerksam. Im Jahr 2025 litten 645 Millionen Menschen, statistisch fast jeder 13. Mensch auf der Erde, unter Hunger. 2,7 Milliarden Menschen konnten sich eine gesunde Ernährung nicht leisten, und mehr als zwei von drei Kindern im Alter von 6 bis 23 Monaten erhalten keine ausreichend nährstoffreiche Nahrung (FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO 2026). All das, obwohl Hunger vermeidbar sei, so die FAO.
Das Motto des diesjährigen Welternährungstages lautet „Heute innovativ sein für die Ernährung von morgen“ (Innovate today. Nourish tomorrow.). “Doch angesichts von geografischen Ungleichheiten, Klimaextremen, geopolitischen Konflikten und Ineffizienzen wie Lebensmittelverschwendung reichen technologische Innovationen allein nicht aus, um alle Menschen gut zu ernähren. Vielmehr müssten der FAO zufolge Fortschritt und Innovation aus der Weisheit der Landwirtinnen und Kleinbauern sowie dem traditionellen Wissen indigener Völker hervorgehen und sich mit Kreativität, innovativer Forschung und dem Streben nach einer besseren Zukunft verbinden. Mittels gezielter Investitionen, Wissensaustausch und Partnerschaften sollte Innovation jene Menschen erreichen, die sie am dringendsten benötigen, und an deren spezielle Gegebenheiten angepasst werden”, so das VZS.
Innovation sei selbstredend eine Aufgabe für Politik, Institutionen, Forschung und Wirtschaft. Zusätzlich fordert die FAO am Welternährungstag jede einzelne Person dazu auf, durch Entscheidungen im Alltag die Nachfrage nach gesünderen, nachhaltigeren und vielfältigeren Lebensmitteln zu erhöhen und dadurch zur Gestaltung von zukunftsfähigen Agrar- und Ernährungssystemen beizutragen. Die Tipps dazu hier nachfolgend:
• Essen Sie vielfältig und wählen Sie saisonale Lebensmittel. Kaufen Sie, wann immer möglich, bei lokalen Erzeugern und auf Märkten ein, um lokale Kreisläufe zu stärken.
• Planen Sie Einkäufe und Mahlzeiten, lagern Sie Lebensmittel sachgerecht und verwerten Sie Lebensmittelüberschüsse und -reste, um die natürlichen Ressourcen zu schonen und die Menge der Lebensmittelabfälle zu reduzieren.
• Gehen Sie sparsam mit Wasser und anderen natürlichen Ressourcen um. Vermeiden Sie, wann immer möglich, Einwegprodukte, und entsorgen Sie Abfälle korrekt.
• Informieren Sie sich über seriöse Quellen und treffen Sie fundierte Ernährungs- und Einkaufsentscheidungen.
• Beteiligen Sie sich an lokalen Initiativen und geben Sie Ihr Wissen, beispielsweise über traditionelle Zubereitungsmethoden, weiter. Durch Gemeinschaften und Partnerschaften gelingt es, kollektiv wirksam zu werden.




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