Geduld für Transporteure am Brenner am Ende

“Wir verbringen mehr Zeit im Stau als im Fahrmodus”

Mittwoch, 28. Oktober 2026 | 11:39 Uhr

Von: Sophia Molitor

Brenner – Die Geduld der Südtiroler Transporteure ist am Ende. Seit Tagen kommt es entlang der Brennerautobahn immer wieder zu kilometerlangen Staus und erheblichen Verzögerungen. Baustellen, Fahrbahnverengungen und zusätzliche Zwischenfälle führen dazu, dass der Verkehr regelmäßig zum Erliegen kommt. Wird die ohnehin angespannte Situation durch einen Unfall verschärft, steht die gesamte Achse still. Die Transporteurinnen und Transporteure im lvh fordern rasch wirksame Maßnahmen, um den Verkehrsfluss auf einer der wichtigsten Wirtschaftsadern des Landes wieder sicherzustellen.

„So kann es nicht weitergehen. Wir verbringen inzwischen mehr Zeit im Stau als im Fahrmodus”, kritisiert Alexander Öhler, Obmann der Transporteurinnen und Transporteure im lvh, der selbst regelmäßig hinter dem Steuer eines Lkw sitzt und die Situation tagtäglich erlebt.

Besonders unverständlich sei für die Branche, dass zahlreiche Baustellen während der verkehrsintensivsten Zeiten den Verkehrsfluss zusätzlich beeinträchtigen. „Entweder wird auf den Baustellen verstärkt nachts gearbeitet oder es müssen andere Lösungen her. Die Belastungsgrenze ist längst überschritten”, fordert Öhler.

Dabei gehe es den Transporteuren nicht darum, pauschal Kritik zu üben. Vielmehr sei funktionierende Mobilität eine Grundvoraussetzung für die Versorgung von Betrieben und Bevölkerung. „Wir wollen nicht nur schimpfen. Aber ohne Transporteure kommen keine Waren ans Ziel. Ob Äpfel aus dem Vinschgau, Möbel aus Südtiroler Handwerksbetrieben oder bestellte Waren aus dem In- und Ausland: Alles muss transportiert werden. Dafür braucht es freie und funktionierende Verkehrswege.”

Die Transporteurinnen und Transporteure im lvh warnen davor, die volkswirtschaftlichen Folgen der ständigen Verzögerungen zu unterschätzen. Jede Stunde im Stau verursache zusätzliche Kosten, erschwere die Tourenplanung und erhöhe den Druck auf Fahrer und Unternehmen gleichermaßen. Öhler fordert daher gemeinsam mit den zuständigen Stellen rasch praktikable Lösungen, um die Leistungsfähigkeit der Brennerroute wieder sicherzustellen.

Bezirk: Wipptal

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