Kfz-Werkstätten haben ein Platzproblem

Wohin mit all den alten Reifen?

Donnerstag, 24. September 2026 | 12:01 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Der Winterreifenwechsel steht vor der Tür. Doch viele Südtiroler Kfz-Werkstätten haben schon jetzt ein Platzproblem: Seit Monaten werden Altreifen nicht ausreichend abgeholt, jährlich stauen sich rund 2.000 Tonnen. In den kommenden Wochen wächst der Berg weiter – eine Lösung muss jetzt her.

Genau diese Situation brachten lvh-Direktor Walter Pöhl, Julia Genetti, Obfrau der Kfz-Mechatroniker im lvh, und Dietmar Mock, Obmann der Berufsgruppe Metall im lvh, bei einem Treffen mit Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo auf den Tisch: Die Betriebe können die Folgen der ausbleibenden Abholungen nicht länger auffangen.

Genetti kennt die Situation nicht nur als Obfrau, sondern auch als unmittelbar betroffene Unternehmerin. „In unserem Betrieb wurden seit neun Monaten keine Altreifen mehr abgeholt. So kann es nicht weitergehen. Es können nicht Saison für Saison immer größere Mengen zwischenlagert bei den Betrieben zwischenlagert werden. Die Abholung muss sich endlich an den tatsächlich anfallenden Mengen orientieren“, fordert sie.

Bezahlt – aber nicht abgeholt

Über den PFU-Beitrag im Reifenpreis ist die Entsorgung bereits bezahlt. Trotzdem bleiben Reifen liegen. Sind die vorgesehenen Kontingente ausgeschöpft, können für eine Lkw-Ladung zusätzlich rund 500 Euro anfallen.

„Unsere Betriebe erfüllen ihre gesetzlichen Pflichten und entrichten die vorgesehenen Umweltbeiträge. Es kann nicht sein, dass sie am Ende auf den Reifen sitzen bleiben. Das ist weder wirtschaftlich tragbar noch im Sinne des Umweltschutzes“, betont Genetti.

Jetzt entlasten – und das System ändern

Als Soforthilfe fordert das Kfz-Handwerk einen einmaligen Landesbeitrag, der einen Teil der Kosten für die private Abholung und ordnungsgemäße Entsorgung der angesammelten Altreifen abdeckt. Doch damit allein ist das Problem nicht gelöst: Die vorgesehenen Kontingente müssen deutlich steigen – aus Sicht der Betriebe um 200 Prozent und mehr.

„2.000 Tonnen Altreifen, die jährlich liegen bleiben, sind kein saisonales Problem, sondern ein Systemfehler. Jetzt braucht es Soforthilfe für die Betriebe – und gleichzeitig eine Anpassung des Entsorgungssystem, das dauerhaft funktioniert“, betont Dietmar Mock.

Der Winterreifenwechsel kommt. Die Reifenberge dürfen nicht weiter wachsen.

Bezirk: Bozen

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