Rund 50 Patienten pro Tag

Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten entlastet Notaufnahme in Bozen

Freitag, 14. August 2026 | 16:11 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Wer plötzlich Ohrenschmerzen hat oder eine kleinere Verletzung versorgen lassen muss, braucht rasch Hilfe. Seit Ende Mai finden Patientinnen und Patienten dafür im Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD) im Gemeinschaftshaus Bozen Loew-Cadonna eine zusätzliche Anlaufstelle. Die erste Bilanz fällt positiv aus.

Im Juni und Juli nutzten durchschnittlich rund 50 Patientinnen und Patienten pro Tag das Angebot. Die Nachfrage steigt leicht an. Gleichzeitig zeigen sich erste Auswirkungen auf die Notaufnahme des Krankenhauses Bozen. Im Vergleich zu den Monaten Juni und Juli 2025 gingen die Zugänge diesen Sommer um durchschnittlich fünf Prozent zurück. Das entspricht rund 440 Patientinnen und Patienten weniger pro Monat.

Schnell passende Hilfe anbieten

Das AKD gibt es in jedem Gemeinschaftshaus in Südtirol. Es behandelt akute Beschwerden, die rasch abgeklärt oder versorgt werden müssen, aber keine lebensbedrohlichen Notfälle sind. Damit übernimmt es genau jene Fälle, für die eine Notaufnahme oft nicht die geeignete Anlaufstelle ist.

“Die ersten Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Menschen erhalten schneller die passende Hilfe, und die Notaufnahme gewinnt mehr Zeit für schwere und besonders dringende Fälle. Entscheidend ist, dass jede Patientin und jeder Patient am richtigen Ort versorgt wird”, betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Wichtig bleibt laut Messner, dass die Hausärztin oder der Hausarzt grundsätzlich die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen bleibt. Das AKD richtet sich an Menschen mit akuten, aber nicht schwerwiegenden Beschwerden.

Sieben Gemeinschaftshäuser in Betrieb – In Bozen und Brixen rund um die Uhr

Das AKD ist Teil der neuen Gemeinschaftshäuser. Diese bündeln Gesundheits- und Sozialdienste unter einem Dach und bauen die wohnortnahe Versorgung aus. Je nach Standort stehen dort Leistungen der Allgemeinmedizin, fachärztliche Angebote, Pflege, Basisdiagnostik, Therapien sowie Beratungs- und Sozialdienste zur Verfügung.

Aktuell sind sieben Gemeinschaftshäuser in Betrieb. Das Land plant insgesamt zwölf Standorte bis 2028. Die größeren, zentralen Gemeinschaftshäuser, sogenannte Hubs, in Bozen (Loew-Cadonna) und Brixen sind rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Ergänzt werden sie durch kleinere, dezentrale Gemeinschaftshäuser, sogenannte Spokes, in Innichen, Klausen, Mals, Naturns und Leifers, die von Montag bis Samstag von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet sind.

LPA/Viktoria Huber

Weitere Hub-Standorte entstehen in Bruneck, Meran, Bozen und Neumarkt. In Sterzing wird in den ersten Monaten 2027 ein weiteres Spoke-Gemeinschaftshaus eröffnet.

Bezirk: Bozen

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