Von: Matthias Knapp
Bozen – Südtirols Wälder wachsen nach: Auf den durch Sturm Vaia, Schneedruck und Borkenkäferbefall geschädigten Flächen geht die Wiederbewaldung voran. Der konsequente Einsatz für den Wald schlägt sich auch im gesamtstaatlichen Vergleich nieder: Trentino-Südtirol liegt bei den Neupflanzungen zum dritten Mal in Folge an der Spitze Italiens. Darüber berichtet die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore in einem am 15. Oktober veröffentlichten Beitrag zur Aufforstung in Italien. Die Zeitung stützt sich dabei auf die Ergebnisse des “Atlante delle Foreste”. Ausschlaggebend für die Spitzenposition sind unter anderem die von den beiden Provinzen finanzierten Maßnahmen zur Wiederherstellung der geschädigten Waldflächen.
“Dass wir bei der Aufforstung italienweit an der Spitze liegen, ist eine schöne Anerkennung unserer bisherigen Arbeit”, betont Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: “Gleichzeitig ist es ein Auftrag, diesen Einsatz fortzusetzen und unsere Wälder für die Zukunft zu stärken. Der große Einsatz unserer Forstleute und Waldeigentümer sowie gezielte Investitionen haben es ermöglicht, die Wiederbewaldung nach den großen Schadereignissen voranzutreiben. Jetzt geht es darum, langfristig vielfältige, stabile und widerstandsfähige Waldbestände zu entwickeln.”
Mehr Vielfalt aus den Landesforstgärten
Nach dem Sturm Vaia Ende Oktober vor acht Jahren wurde die Pflanzenproduktion in den Landesforstgärten verstärkt und an den veränderten Bedarf angepasst. Damit steht geeignetes Pflanzmaterial aus eigener Produktion zur Verfügung. Zugleich wurde das Spektrum der produzierten Baumarten erweitert.
Neben der Fichte gewinnen Mischbaumarten wie Tanne, Buche, Kiefer, Bergahorn und Winterlinde an Bedeutung. Sie können dazu beitragen, vielfältige und stabile Bestände aufzubauen, die mit Trockenheit, höheren Temperaturen und weiteren Folgen des Klimawandels möglichst gut zurechtkommen. Maßgeblich bleibt jedoch der Standort: Nicht jede Baumart eignet sich für jede Höhenlage und jeden Boden.
Landesforstdirektor Günther Unterthiner unterstreicht, dass die Auswahl der Baumarten auf die jeweiligen Standortbedingungen abgestimmt werden muss. Entscheidend sei nicht allein die Zahl der gepflanzten Bäume, sondern die Entwicklung vielfältiger, stabiler und klimafitter Waldbestände.
Natürliche Verjüngung hat Vorrang
Wo sich der Wald mit geeigneten Baumarten selbst erneuern kann, wird die natürliche Verjüngung gefördert. Fehlen wichtige Baumarten oder reicht die natürliche Erneuerung nicht aus, können gezielte Pflanzungen diesen Prozess ergänzen. Der Landesforstdienst berät die Waldeigentümer bei der Auswahl geeigneter Baumarten und begleitet sie bei der Planung der Maßnahmen.
Mit den Landesforstgärten und dem flächendeckend tätigen Forstdienst verfügt Südtirol über wichtige Voraussetzungen, um die Anpassung seiner Wälder langfristig zu begleiten. Ziel sind widerstandsfähige Bestände, die auch kommenden Generationen Schutz, Lebensraum und wertvolle Ressourcen bieten.




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