Die häufigsten Fehler bei Wanderungen

Bergrettung: “Verzicht kann lebensrettend sein”

Sonntag, 25. Oktober 2026 | 11:53 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Oft befinden sich Menschen nur wenige Meter abseits des Parkplatzes, aber sind zu erschöpft, um die letzten Schritte noch zu schaffen. Darauf hat Alberto Covi, Landesvorsitzender der Bergrettung CNSAS, beim gestrigen CAI-Tag zum Thema „Langsamkeit in den Bergen“ hingewiesen.

Viele Wanderer unterschätzten, seiner Meinung nach, ihre körperliche Verfassung und die Wetterbedingungen. Gerade im Sommer könne die Anstrengung bei Temperaturen um die 30 Grad auch im Schatten der Bäume zu starkem Durst und Erschöpfung führen. Im Winter wiederum werde die frühe Dunkelheit häufig unterschätzt, warnte Covi. Nach schneearmen Wintern entstehe leicht der Eindruck, dass die Berge bereits wie im Sommer begehbar seien. Doch sobald die Sonne hinter den Bergen verschwinde, könnten sich Wege in eisige und gefährliche Passagen verwandeln.

Zu den häufigsten Fehlern zählt laut den Bergrettungsexperten, ohne grundlegende Ausrüstung wie Taschenlampe oder Steigeisen aufzubrechen. Wer in eine Notsituation gerät, sollte außerdem nicht unüberlegt weitergehen, sondern möglichst an einem sicheren Ort bleiben und auf Hilfe warten. Die Bergrettung könne die Position von Hilfesuchenden über das Mobiltelefon geolokalisieren. Viele wüssten jedoch nicht, dass diese Möglichkeit besteht.

Mario Broll erinnerte in diesem Zusammenhang an das Prinzip des rechtzeitigen Verzichts: Eine Tour zum Beispiel bei ungünstigen Bedingungen abbrichen oder gar nicht erst antreten, kann lebensrettend sein.

Broll unterstrich außerdem, dass Verständnis, Vorsicht und Respekt für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Bergwelt unverzichtbar seien. Dazu gehöre auch, Rücksicht auf bewirtschaftete Wiesen und Wälder zu nehmen.

Vereinspräsident Carlo Alberto Zanella warnte hingegen vor unangemessener Kleidung und mangelnder Vorbereitung.

Bezirk: Bozen

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