Gefährliche Szenen gibt es tagtäglich

Bozen: Radfahrer werden immer öfter zu Regelbrechern

Freitag, 24. Juli 2026 | 09:26 Uhr

Von: luk

Bozen – Bozen gilt seit Jahren als Fahrradstadt. Doch mit der steigenden Zahl an Radfahrern häufen sich auch Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

Wer in der Landeshauptstadt mit offenen Augen unterwegs ist, kann immer wieder haarsträubende Vorfälle beobachten: Fahren gegen die Einbahnstraße, das Überqueren von Zebrastreifen im Sattel, Rotlichtverstöße oder Fahrten auf Gehsteigen gehören mittlerweile vielerorts zum Alltag. Die Stadtpolizei ahndet zwar regelmäßig Regelverstöße, doch sie kann nicht zu jeder Zeit überall sein.

Schon ein kurzer Streifzug durch die Stadt zeige, wie häufig Verkehrsregeln ignoriert werden, berichtet die Zeitung Alto Adige am Freitag. So nutzen manche Radfahrer trotz vorhandener und sicher ausgebauter Radwege lieber die Fahrbahn oder weichen bei Baustellen kurzerhand auf die Gegenfahrbahn aus. Andere fahren verbotenerweise auf Gehsteigen oder missachten Einbahnregelungen.

Besonders heikel sind die Situationen an Kreuzungen und Zebrastreifen. Immer wieder überqueren Radfahrer diese fahrend – unabhängig davon, ob die Ampel Grün oder Rot zeigt. Auch Geisterfahrer auf Radwegen oder in Einbahnstraßen sind keine Seltenheit. Das ist etwa in der Schmiedgasse der Fall. Dort ist immer wieder zu beobachten, dass Radfahrer entgegen der Einbahnstraße in Richtung Vittorio-Veneto-Straße fahren und an der grünen Fußgängerampel die Hauptstraße überqueren, und das obwohl die Kreuzung in diesem Moment auch für den Autoverkehr aus den Nebenstraßen auf grün geschaltet ist. In diesem Bereich ist es erst vor drei Monaten zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen. Eine Fahrradfahrerin geriet unter einen Lkw.

Problemzonen sind außerdem der Bereich um den Grieser Platz, die Freiheitsstraße, die Italienallee sowie die Talferbrücke. In der Museumstraße und auf dem Obstmarkt fahren Räder und E-Bikes trotz Fußgängerzone häufig mit hoher Geschwindigkeit zwischen Passanten hindurch. Lieferdienste auf E-Bikes sind dabei ebenso anzutreffen wie Touristen, die sich der geltenden Vorschriften oft nicht bewusst sind oder diese schlicht ignorieren.

Für zusätzliche Gefahren sorgen Ablenkungen während der Fahrt. Immer wieder sind Radfahrer mit Blick aufs Smartphone oder mit Kopfhörern unterwegs. Auch sperrige Lasten auf dem Fahrrad beeinträchtigen mitunter die Herrschaft über das Fahrzeug.

An manchen Stellen führen zudem geänderte Verkehrsführungen zu riskanten Situationen. So kam es etwa im Bereich Oberau beinahe zu einem Zusammenstoß, weil mehrere Radfahrer neue Fahrbahnmarkierungen ignorierten und ohne abzubremsen aufeinander zufuhren.

Die Beispiele verdeutlichen, dass Regelverstöße nicht nur die Sicherheit der Radfahrer selbst gefährden, sondern auch Fußgänger, Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Mit der wachsenden Bedeutung des Fahrrads als Verkehrsmittel rückt deshalb auch die Frage nach mehr Rücksichtnahme und konsequenter Einhaltung der Verkehrsregeln immer stärker in den Mittelpunkt.

Bezirk: Bozen

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