Warnstufe steigt auf Rot

Dauerhitze in Südtirol: Wenn selbst die Nacht nicht mehr kühlt

Montag, 22. Juni 2026 | 15:21 Uhr

Von: luk

Bozen – “Die Hitzewelle hält an”, berichtet Meteorologe Dieter Peterlin vom Landesamt für Meteorologie und Lawinenwarnung in der Agentur für Bevölkerungsschutz: “Im Raum Bozen, im Überetsch und im Unterland steigen die Temperaturen auf 35 bis 36 Grad an, in den höher gelegenen Tälern werden es um die 30 Grad Celsius sein.

Die nächtlichen Temperaturen werden im Raum Bozen um die 20 Grad betragen, dort stehen also Tropennächte bevor. Ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht. Es könnte in Richtung Wochenende sogar noch etwas heißer werden. Die Gewitterwahrscheinlichkeit geht im Laufe der Woche etwas zurück.”

“Wir geben diese Hitzewarnungen aus, wenn eine starke Belastung durch sehr hohe Temperaturen anhält und eine ausreichende nächtliche Abkühlung nicht mehr gewährleistet ist”, erklärt der Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer: “Die höchste Warnstufe Rot bedeutet ein hohes Gefährdungspotenzial für die Gesundheit. Neben älteren Menschen, Kindern und chronisch Kranken ist bei dieser anhaltenden Intensität die gesamte Bevölkerung einem erhöhten Risiko für Kreislaufprobleme und Hitzeschläge ausgesetzt.”

Bei extremer Hitze ist es wichtig, sich darüber zu informieren und darauf vorbereitet zu sein. Es gilt, sich und seine Mitmenschen zu schützen, um negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden. Darauf ist nicht nur im Tal, sondern auch auf dem Berg zu achten.

Im Vinschgau ist die Waldbrandgefahr erhöht und scheint im Warnlagebericht mit der Warnstufe Gelb auf.

Verhaltensempfehlungen bei extremen Temperaturen

Hitze kann die Gesundheit gefährden. Besonders vulnerable Personengruppen, ältere und kranke Menschen und Kinder, sollten sich vor der Hitze schützen, heißt es aus der Landesnotrufzentrale. Um anhaltende extreme Temperaturen gut zu überstehen, ist es wichtig, sich an grundlegende Empfehlungen zu halten: Es gilt, auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten, am besten zwei bis drei Liter Wasser oder andere ungezuckerte Getränke sowie leichte Nahrung zu regelmäßigen Essenszeiten zu sich zu nehmen.

Ein Aufenthalt in der prallen Sonne während der heißesten Tageszeit ist zu vermeiden. Körperliche Anstrengungen sollen während der heißesten Stunden unterlassen werden. Dies gilt auch für Ausflüge und Aufenthalte im Freien in höheren Lagen, dort ist die Sonneneinstrahlung stärker, was zu einem höheren Risiko für Sonnenbrand und Hitzschlag führen kann.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte nicht vergessen, sich mit ausreichend Wasser zu versorgen.

Wohnungen sollten untertags vor direkter Sonneneinstrahlung durch das Schließen von Jalousien und Rollläden geschützt und in der Nacht und in den frühen Morgenstunden durchlüftet werden.

Bewusstseinsbildungskampagne

Anfang Juni hat das Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz eine Bewusstseinsbildungskampagne gestartet, um das Wissen über richtiges Verhalten bei Hitze zu verbreiten. Mehr Informationen auf der Website der Hitzekampagne.

Der vom Landeswarnzentrum täglich veröffentlichte Warnlagebericht informiert über das Gefährdungspotential von Naturereignissen in Südtirol.

Informationen zur allgemeinen Wetterlage in Südtirol.

Bauunternehmen passen Arbeiten an die Bedingungen an

Angesichts der Hitzewelle passen die Bauunternehmen ihre Arbeiten an die Bedingungen an. Gerade Menschen, die im Freien arbeiten, spüren die Auswirkungen nämlich besonders.

„Unsere Bauunternehmen sind sich darüber bewusst, weshalb sie organisatorische Anpassungen vornehmen. Klar ist, dass in Südtirol nicht alle Baustellen gleichermaßen betroffen sind – in Tallagen ist die Situation selbstverständlich anders als in Höhenlagen. Viele Unternehmen versuchen der Hitze entgegenzutreten, indem beispielsweise der Arbeitsbeginn nach vorne verlegt wird, die Prozesse angepasst werden, mehr Pausen gemacht und viel Wasser zur Verfügung gestellt wird. Uns Unternehmern ist das Wohlergehen unserer Mitarbeitenden ein zentrales Anliegen – keiner hat etwas davon, wenn sie aufgrund der Hitze ausfallen“, erklärt der Präsident des Baukollegiums, Christian Egartner.

Von weiteren Verordnungen hält er jedoch nicht viel – einerseits, weil es bereits verschiedenste Leitlinien, u.a. des Staates, gibt, die zur Anwendung kommen. „Und andererseits, weil neue Verordnungen neue Bürokratie schaffen“, so Egartner.

Bezirk: Bozen

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