Munitionsreste im Föhrenwald lösen immer wieder Brände aus

Debatte um Entfernung von Munition nach Föhrenwald-Bränden

Dienstag, 18. August 2026 | 09:40 Uhr

Von: importer

Nach den Großbränden im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) stellt sich die Frage, wie sich künftig derartige Ereignisse verhindern lassen. Beide Male soll Phosphor in Munitionsteilen einer gesprengten Fabrik das Feuer ausgelöst haben. Für die Suche müssten die Grundstückseigentümer eine Firma beauftragen. Der Entminungsdienst ist erst nach einem Fund für die Bergung zuständig, hieß es auf Anfrage. Der Feuerwehreinsatz lief indes am Dienstag weiter.

Grundsätzlich gibt es laut Bürgermeisterin Christa Tisch (Liste “Gemeinsam für St. Egyden”) Überlegungen, die Munitionsteile in dem Gebiet entfernen zu lassen. Bei einem Treffen im September sollen Details geklärt werden. Der Föhrenwald befindet sich im Eigentum zahlreicher Privatpersonen, hielt Tisch im Gespräch mit der APA fest.

Phosphor dürfte sich selbst entzündet haben

Dem Grundstückseigentümer bleibe es überlassen, private Firmen, die Kampfmittelerkundungen anbieten, mit einer Suche nach diesen zu beauftragen, teilte das Verteidigungsministerium auf APA-Anfrage mit. “Die Kosten für die Arbeiten dieser privaten Unternehmen sind vom jeweiligen Auftraggeber zu tragen”, wurde festgehalten. Ab dem Zeitpunkt eines Fundes muss die örtliche Sicherheitsdienststelle informiert werden. In Zusammenarbeit mit dieser stelle der Entminungsdienst dann eine kostenlose Bergung, Sicherung, Entschärfung sowie den Abtransport sicher.

Von der “Pulverfabrik Föhrenwald” ist noch das ehemalige Verwaltungsgebäude erhalten. Das Objekt gilt als “Lost Place” und darf nicht betreten werden. Die Dynamit Nobel AG hatte 1890 eine Fabrik für Dynamit und Schießpulver in Saubersdorf, heute ein Teil der Gemeinde St. Egyden am Steinfeld, gegründet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Fabrik gesprengt, dabei wurde nach Polizeiangaben phosphorhaltige Munition im Gelände verteilt. Diese dürfte sich aufgrund jahrelanger Witterungseinflüsse zersetzt haben. Tritt der freigelegte Phosphor mit Luftsauerstoff in Kontakt, kommt es zu einer chemischen Reaktion und zur Selbstentzündung, wurde zur Brandursachenermittlung erläutert.

Weiterhin kein “Brand aus” nach erneutem Feuer

Am 5. August waren rund 550 Feuerwehrmitglieder zur Brandbekämpfung in den Föhrenwald ausgerückt. Betroffen war eine Fläche von über 100 Hektar. Vergangenen Freitag brach erneut ein Großbrand im Föhrenwald aus. Über 830 Feuerwehrleute löschten die Flammen, die sich in Richtung von Wohnhäusern ausgebreitet hatten. Bewohner mehrerer Siedlungen wurden vorübergehend evakuiert. Dieses Mal waren rund 64 Hektar betroffen. Unterstützt wurden die Helfer jeweils von Hubschraubern.

Am Dienstag waren Mitglieder von zwei Feuerwehren und eine Drohnengruppe im Einsatz, um das Gebiet zu kontrollieren und verbliebene Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Die Niederschläge halfen dabei nur wenig – seit Montag seien nur wenige Liter Regen gefallen, hieß es. Nach wie vor konnte nicht abgeschätzt werden, wann “Brand aus” gegeben werden kann.

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