Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Glücksspiel ist in Südtirol weit verbreitet. 37 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 76 Jahren haben im vergangenen Jahr gespielt. Fünf Prozent gelten als gefährdet, wie aus der neuen Untersuchung des Landesstatistikinstituts ASTAT hervorgeht.
Dabei werden drei Prozent als problematische und zwei Prozent als pathologische Spieler eingestuft. Gegenüber 2016 ist der Anteil der übermäßigen Spieler damit von vier auf fünf Prozent gestiegen. Der Anstieg betrifft laut ASTAT vor allem Männer.
Besonders auffällig ist die Situation bei jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe zwischen 21 und 30 Jahren liegt der Anteil der problematischen oder pathologischen Spieler bei neun Prozent. Bei den über 50-Jährigen sind es hingegen drei Prozent. Männer sind mit sieben Prozent deutlich stärker betroffen als Frauen mit drei Prozent.
Online-Glücksspiel besonders riskant
Das am weitesten verbreitete Glücksspiel bleibt das „Gratta e vinci“, das mehr als 230.000 Menschen zumindest einmal ausprobiert haben. Die meisten spielen weiterhin in Verkaufsstellen, Bars, Tabakgeschäften oder Supermärkten.
Deutlich kleiner ist die Gruppe der Online-Spieler: Rund 34.000 Südtiroler nutzen entsprechende Angebote. Allerdings ist der Anteil der gefährdeten Spieler dort wesentlich höher. 16 Prozent der Online-Spieler gelten als problematisch, weitere sieben Prozent als pathologisch. Bei Spielern an öffentlichen Orten liegen die entsprechenden Werte bei sieben beziehungsweise zwei Prozent.
Auch die leichte Erreichbarkeit von Glücksspielangeboten spielt eine Rolle. In Bozen geben 54 Prozent der Befragten an, innerhalb von zehn Gehminuten von zu Hause eine Möglichkeit zum Spielen zu haben. In den übrigen Gemeinden sind es 35 Prozent.
Die Untersuchung zeigt zudem finanzielle Folgen: Knapp 19.000 Spieler haben Schulden, rund 1.300 davon führen diese nach eigenen Angaben direkt auf ihr Glücksspiel zurück.




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