STF kritisiert Neuregelung der Senatswahlkreise

Knoll zu Steger: “Hört auf, die Südtiroler für dumm zu verkaufen”

Dienstag, 15. September 2026 | 11:28 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Die Neuordnung der Senatswahlkreise sorgt weiter für politischen Streit. Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit wirft der SVP vor, die Änderung als Stärkung der deutschen und ladinischen Minderheit darzustellen, obwohl diese dadurch geschwächt würden.

Im Mittelpunkt der Kritik steht der bisherige Senatswahlkreis Bozen-Unterland-Überetsch. Durch die Neuordnung entsteht unter anderem ein Wahlkreis Bozen-Leifers, in dem laut Knoll die italienische Sprachgruppe deutlich in der Mehrheit sei.

Besonders problematisch sei dies für die deutschsprachige Bevölkerung der Stadt Bozen. Dort lebe zahlenmäßig ein großer Teil der deutschsprachigen Südtiroler, die künftig einem Wahlkreis angehören würden, in dem sie politisch deutlich weniger Gewicht hätten, argumentiert der Landtagsabgeordnete.

Knoll weist damit die Argumentation von SVP-Obmann Dieter Steger zurück, wonach die Neuregelung der Absicherung der deutschen und ladinischen Minderheit diene. Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit sieht darin vielmehr eine politische Schwächung der deutschen Sprachgruppe.

Kritik an der SVP

Knoll kritisiert zudem, dass die SVP die Änderung letztlich akzeptiert habe. Die Partei habe ursprünglich angekündigt, die Neuordnung verhindern zu wollen. Nun nehme sie diese jedoch hin, um nach Ansicht Knolls andere politische Ziele, darunter die Absicherung der eigenen Vertretung in Rom, voranzubringen.

Darüber hinaus warnt die Süd-Tiroler Freiheit vor einem möglichen Präzedenzfall. Eine einseitige Änderung der Wahlkreisregelung könne langfristig weitere Eingriffe in die abgesicherten Minderheitenrechte erleichtern, so Knoll.

Bezirk: Bozen

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