Von: importer
Derzeit in der Entwicklung befindliche neue Impfstoffe gegen Tuberkulose könnten nach Einschätzung der internationalen Impfallianz Gavi binnen weniger Jahre Millionen von Menschenleben retten. Die voraussichtlich ab 2029 verfügbaren Vakzine hätten das Potenzial, “das nächste Blockbuster-Werkzeug zur Immunisierung zu werden”, erklärte die Gavi-Vorsitzende Sania Nishtar am Montag.
Voraussetzung sei jedoch, dass die besonders von Tuberkulose betroffenen Länder ausreichend, bezahlbar und verlässlich mit den Impfstoffen versorgt werden könnten. Tuberkulose zählt zu den Infektionskrankheiten mit der weltweit höchsten Todesrate. 2024 fielen ihr nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1,23 Millionen Menschen zum Opfer. Bisher gibt es nur einen einzigen zugelassenen Impfstoff, das mehr als 100 Jahre alte Bacille Calmette-Guerin (BCG).
Laut Gavi kann dieser Impfstoff Säuglinge und Kinder weiterhin wirksam gegen schwere Formen von Tuberkulose schützen, insgesamt lässt seine Schutzwirkung jedoch nach. Die Impfallianz hofft, dass die derzeit in der Entwicklung befindlichen neuen Vakzine an seine Stelle treten können.
7,3 Millionen weniger Todesfälle
Bis Ende des Jahrzehnts erwartet Gavi die Zulassung für einen ersten neuen Impfstoff. Mit neuen Vakzinen könnten zwischen den Jahren 2030 und 2050 geschätzt bis zu 7,3 Millionen Todesfälle vermieden werden, erklärte die Organisation.
Gavi unterstützt Impfungen weltweit – unter anderem gegen Covid-19, Ebola, Malaria, Tollwut, Polio, Cholera, Tuberkulose, Typhus und Gelbfieber. Das Bündnis bringt die Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern sowie andere Partner wie die WHO, das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF, die Weltbank, Impfstoff-Hersteller und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Auch die Bundesregierung zählt zu den Unterstützern und Geldgebern.
Tuberkulose wird durch Bakterien verursacht, die in der Regel die Lunge befallen. Die Krankheit wird durch die Luft übertragen, etwa durch Husten. Eine Erkrankung tritt bei Erwachsenen häufig erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Infektion auf.




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