Von: Martin Geier
Tramin – Ein gefüllter Saal, gute Stimmung, konstruktiver Austausch: Das Landesjugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit war wieder ein voller Erfolg. Höhepunkte gab es dieses Mal zwei: zum einen die Neuwahl der Landesjugendleitung und zum anderen die Gastrede des Vorsitzenden der Generation Deutschland, Jean Pascal Hohm.
Großartige Stimmung herrschte am Samstag, 12. September, beim landesweiten Jugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit, das in diesem Jahr in Tramin, im Südtiroler Unterland, stattfand. Anwesend waren die Landtagsabgeordneten Sven Knoll, Hannes Rabensteiner und Bernhard Zimmerhofer, Vertreter der Generation Deutschland, der Freiheitlichen Jugend Tirol und der Freiheitlichen Jugend Oberösterreich.
Zu Beginn wurde ein Rückblick auf die Tätigkeit der Jungen Süd-Tiroler Freiheit geworfen. Erwähnt wurden unter anderem die Treffen mit verschiedenen Jugendorganisationen, der Winterausflug nach Pfelders, die Initiative „Auf an Glühwein mit der Jungen STF“, der Besuch verschiedenster Veranstaltungen, die jährliche Herausgabe des Tiroler Merkheftes, Pressemitteilungen zu den unterschiedlichsten Themen und vieles mehr.
Grußworte an die Jugend richteten unter anderem die ehemalige Landtagsabgeordnete Eva Klotz und der Landtagsabgeordnete Sven Knoll.

Neuwahl der Landesjugendleitung: Mischung aus bekannten und neuen Gesichtern
Anschließend wurde die Landesjugendleitung der Süd-Tiroler Freiheit neu gewählt. Tobias Innerhofer (aus Altersgründen), Vera Lobis und Benedikt Mayr stellten sich für die bisher ausgeführten Funktionen nicht mehr zur Verfügung. Ihnen gebührt an dieser Stelle ein großer Dank für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie werden weiterhin Teil der aktiven Jugendgruppe bleiben.
Aus dem Wahlgang ging sodann folgendes Ergebnis hervor: Melanie Mair (29-jährige Juristin aus Tscherms) wurde in ihrem Amt als Landesjugendsprecherin bestätigt. Sie wird in den kommenden zwei Jahren von Karin Larcher, Hansjörg Karbon, Aaron Kargruber, Kilian Larcher und Johannes Paris als Mitglieder der Landesjugendleitung unterstützt.
„Es freut mich sehr, dass ich die Junge Süd-Tiroler Freiheit auch in den kommenden Jahren als Landesjugendsprecherin vertreten darf“, erklärt Melanie Mair. „Die Junge Süd-Tiroler Freiheit konnte in den vergangenen Jahren stark zulegen. Das liegt sicher daran, dass wir uns fleißig vor Ort einbringen und ein offenes Ohr für die Interessen der Jugend haben.“
In einer baldigen Klausur wolle die Jugend der Süd-Tiroler Freiheit Ideen sammeln, um sich landesweit noch breiter aufzustellen.

Die mit Spannung erwartete Rede von Jean Pascal Hohm
Ein weiterer Höhepunkt des Jugendtreffens war die mit Spannung erwartete Rede von Jean Pascal Hohm, Vorsitzendem der Generation Deutschland, Abgeordnetem zum Brandenburger Landtag und Mitglied des AfD-Bundesvorstandes. Hohm ist mit der Geschichte Südtirols bestens vertraut und verfolgt die politischen Geschehnisse hierzulande seit Jahren. „Meine Begeisterung für Südtirol und für euren Freiheitskampf besteht nicht erst seit gestern. Sie begleitet mich schon seit vielen Jahren. “, sagte Hohm in seiner Rede.
Bei diesen tollen Worten war es umso bedauerlicher, dass gegen das Jugendtreffen mit seinem Gastredner eine Online-Petition sowie eine Gegendemonstration organisiert wurden. Gemäß geltender Rechtslage hat jeder das Recht, eine Demonstration zu organisieren. Jedoch sollte sich jeder auch bewusst sein, dass in der Verfassung und auf höheren Rechtsquellenebenen ebenfalls das Recht der Meinungsfreiheit verankert ist. In einer Demokratie muss es möglich sein, die eigene Meinung äußern zu können und jede politische Position akzeptieren zu können. Deshalb gibt es vonseiten der Jungen Süd-Tiroler Freiheit kein Verständnis für diese Aktionen. Gerade solche Initiativen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft. Gerade diese Personen, die sich gegen eine Spaltung äußern, forcieren eine solche mit ihren Aktionen; anstatt mit Personen, egal welcher Gesinnung, normal zu sprechen, wie es innerhalb eines demokratischen Gefüges sein sollte.

Massive Gegenproteste verliefen friedlich
Am heutigen Samstag kam es in Tramin zu den angekündigten Protesten und einer Gegendemonstration gegen die Teilnahme von Jean Pascal Hohm, Vorsitzendem der Generation Deutschland, Abgeordnetem zum Brandenburger Landtag und Mitglied des AfD-Bundesvorstandes, am Landesjugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit.
Unter dem Motto „Hohm go Home“ demonstrierten Antifa-Gruppen sowie Aktivistinnen und Aktivisten für Demokratie und Toleranz gegen seinen Auftritt. Kritik kam auch von der Gruppe „No Excuses“ sowie von der SVP-Wirtschaft und der „Jungen Generation“.
Ersten Informationen zufolge verliefen die Kundgebungen jedoch entgegen der Befürchtungen friedlich.

Zahlreiche Teilnehmer versammelten sich bei der örtlichen Minigolfanlage, die etwa 500 Meter vom Bürgerhaus entfernt liegt. Unter dem Motto „Home go Home“ protestierten zivilgesellschaftliche Gruppen, angeführt von der Initiative „No Excuses“ sowie verschiedenen Antifa-Aktivisten, lautstark, aber ohne Zwischenfälle, gegen Rechtsextremismus.

Da am selben Tag im Unterlandler Dorf das traditionelle Schützenfest stattfand, ordnete der Traminer Bürgermeister Wolfgang Oberhofer aus Sicherheitsgründen die Verlegung der Kundgebung vom Rathausplatz auf den etwas außerhalb gelegenen Minigolfplatz an. Ein großes Polizeiaufgebot sorgte für Sicherheit und verhinderte direkte Konfrontationen zwischen den Gruppen.

„Tramin ist ein besonderer Ort und von seiner Geschichte tief geprägt – im Positiven wie im Negativen. Dass nach der NS-Zeit Kriegsverbrecher wie Josef Mengele von Tramin profitierten, da es Teil der Rattenlinie war, haben wir heute fast schon vergessen. Diese Erinnerungen stoßen aber mit der Gegenwart bitter auf. Wenn ein Hohm der AfD-Jugend ausgerechnet nach Tramin kommt, der selbst für die AfD zu rechts ist, stellen sich viele Fragen. Aber zum Glück gibt es seit Jahren eine starke politische Zivilbevölkerung, die u.a. auch hier ihre Wurzeln hat. Und wir zeigen Kante: Dank Initiativen wie NO EXCUSES gehen wir auf die Straße, für ein offenes, soziales Südtirol, denn ‚nie wieder ist jetzt!‘“, schreibt die Aktivistin und junge Gemeinderätin in Neumarkt, Sadbhavana Pfaffstaller, auf Facebook.










Aktuell sind 11 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen