Von: Sophia Molitor
Bozen – Die Ermittlungen zu den Schüssen auf eine Wohnung in Villazzano Tre oberhalb von Madonna Bianca in Trient führen offenbar nach Bozen. Am Montagmorgen haben Polizeibeamte aus Trient in der Mailandstraße die Wohnung einer Sinti-Familie durchsucht und zwei Männer im Alter von 20 und 40 Jahren mitgenommen. Bei ihnen handelt es sich um Vater und Sohn. Beide waren den Sicherheitsbehörden bereits bekannt.
Die Ermittler prüfen einen möglichen Zusammenhang mit den Schüssen, die am Samstagnachmittag auf das Fenster einer Wohnung im Turm 13 von Villazzano Tre abgegeben wurden. Nach ersten Erkenntnissen könnte die Tat gezielt gegen einen 41-jährigen Mann gerichtet gewesen sein, der sich dort gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn im Hausarrest befindet. Die Ermittler prüfen unter anderem die Möglichkeit einer Auseinandersetzung zwischen Sinti-Familien.
Nach drei Tagen Ermittlungen hat die Spur zu der Familie in Bozen geführt. Welche Rolle sie bei den Ermittlungen spielen und ob gegen sie konkrete Vorwürfe erhoben werden, ist derzeit nicht bekannt.
Brand in der Mailandstraße
Das Wohnhaus in der Mailandstraße war bereits im Mai Schauplatz eines schweren Brandes. In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai war auf dem gemeinschaftlichen Abstellplatz für Fahrräder und Mopeds Feuer ausgebrochen. Die Flammen griffen anschließend auf die Außenfassaden von zwei Gebäuden über. Eines davon ist das Haus, in dem die beiden von der Polizei mitgenommenen Männer wohnen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Rund 100 Fahrräder und mehrere Dutzend Mopeds wurden zerstört. Etwa 80 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, rund zehn von ihnen wurden zur medizinischen Kontrolle ins Krankenhaus gebracht, während der Sachschaden auf etwa eine Million Euro geschätzt wurde. Bereits damals war über einen möglichen Zusammenhang mit Auseinandersetzungen im Drogenmilieu spekuliert worden.
Für zusätzliche Unruhe unter den Bewohnern sorgten zuletzt Berichte über mehrere laute Knallgeräusche in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche. Gegen 2.00 Uhr sollen Anwohner Schüsse oder Explosionen gehört haben. Zudem wurde ein Auto, das mutmaßlich der betroffenen Sinti-Familie zugeordnet wird, schwer beschädigt.
Ob diese Vorfälle miteinander zusammenhängen, versuchen die Ermittler derzeit zu klären. Noch handelt es sich um einzelne Hinweise, deren Bedeutung für das laufende Verfahren offen ist.




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