Von: importer
Der Sommer in Westeuropa war so heiß und trocken wie nie zuvor. Wie der EU-Klimadienst Copernicus am Freitag mitteilte, kletterten die Temperaturen in mehr als der Hälfte Westeuropas an 17 Tagen auf über 30 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden nur sieben solcher extremen Hitzetage gezählt, beim bisherigen Rekord im Jahr 2003 waren es elf.
52 Prozent des Kontinents waren laut Copernicus während der Sommermonate zeitweise “sehr starkem” Hitzestress ausgesetzt, womit eine gefühlte Temperatur von 38 Grad oder mehr bezeichnet wird. Für den menschlichen Körper bedeutet das eine extreme Belastung und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
Die Gesundheit leidet, wenn der Körper sich aufgrund hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit nicht mehr durch Schwitzen abkühlen kann. Zu den Symptomen zählen ein erhöhter Herzschlag, Übelkeit, Schwindel und potenziell lebensbedrohliche Hitzeschläge. Gefährdet sind vor allem Menschen, die im Freien arbeiten, Ältere sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.
Heißester Sommer in Westeuropa seit Beginn der Aufzeichnungen
Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,7 Grad erlebte Westeuropa den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Werte lagen laut den Daten um 2,5 Grad über dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Damit wurde selbst der Rekordsommer von 2003 übertroffen. Bereits im Mai und auch noch im September kletterten die Temperaturen in Rekordhöhen. Für den Gesamtkontinent war es den Copernicus-Daten zufolge der drittwärmste.
Die anhaltende Trockenheit trug auch zu vermehrten Waldbränden bei. Nach Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) war die verbrannte Fläche in der EU bis zum 2. September fast doppelt so groß wie im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025 für diese Jahreszeit. Millionen von Menschen waren dadurch einer gefährlichen Luftverschmutzung ausgesetzt. Besonders ausgedehnte Brände gab es demnach in Spanien und Frankreich.
Stärkste Niedrigwasserstände
Parallel dazu wurden in Europa die stärksten Niedrigwasserstände seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992 gemessen, darunter auch im Rhein und in der Donau. Auch die europäischen Meere waren außergewöhnlich warm.
“Europa erlebte im Jahr 2026 einen Sommer mit sich überschneidenden Klimaextremen”, sagte Samantha Burgess, Strategieleiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW). “Rekordhitzestress, weit verbreitete trockene Bedingungen, außergewöhnlich niedrige Wasserstände in den Flüssen und ungewöhnlich warme Meere traten in weiten Teilen des Kontinents gleichzeitig auf”, betonte sie. Ereignisse wie diese unterstrichen, wie wichtig es sei eine “Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmend miteinander verknüpften Klimarisiken” aufzubauen.
Europa ist nach Angaben von Wissenschaftern der Kontinent, der sich infolge des globalen Klimawandels am schnellsten erwärmt. Durch die teils lange anhaltenden extremen Hitzewellen in diesem Sommer wurden zehntausende zusätzliche Hitzetote gezählt.




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