In Bozen bereits 210 Strafen verhängt

Versicherungspflicht für E-Scooter gilt jetzt

Montag, 20. Juli 2026 | 07:55 Uhr

Von: luk

Bozen – Seit Donnerstag ist in Italien die Haftpflichtversicherung für E-Scooter verpflichtend. In Bozen wurden im ersten Halbjahr bereits 210 Verstöße aufgrund der neuen Vorschriften geahndet. Nach Angaben der Stadtpolizei ist die Zahl der E-Scooter im Straßenverkehr seit Einführung der verschärften Regeln auch deutlich zurückgegangen.

Zu den geltenden Vorschriften gehören bekanntermaßen ein Mindestalter von 14 Jahren, Helmpflicht, eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h (sechs km/h in erlaubten Fußgängerzonen), Beleuchtung, Blinker sowie ein reflektierender Sicherheitsgurt oder eine Warnweste bei Dunkelheit. Verboten sind außerdem das Mitnehmen von Passagieren, das Fahren auf Gehsteigen sowie auf Straßen mit Tempolimits über 50 km/h. Bereits seit Mai ist zudem ein Kennzeichen vorgeschrieben.

Neu hinzugekommen ist nun die Pflicht zum Abschluss einer eigenen Haftpflichtversicherung für E-Scooter. Diese ist laut Stadtpolizeikommandant Fabrizio Piras nicht über die private Haftpflicht oder Familienversicherung abgedeckt. Die Policen kosten je nach Anbieter zwischen rund 30 und 400 Euro und können derzeit meist nur online abgeschlossen werden, berichtet die Zeitung Alto Adige.

Wer ohne Versicherung unterwegs ist, muss mit einer Geldstrafe von 100 Euro rechnen. Bei Zahlung innerhalb von fünf Tagen reduziert sich diese auf 79 Euro. Anders als bei anderen Fahrzeugen wird der E-Scooter jedoch nicht beschlagnahmt.

Die häufigsten Verstöße in Bozen betreffen bislang das fehlende Kennzeichen (110 Fälle) und das Fahren ohne Helm (70 Fälle).

Weitere Sanktionen wurden unter anderem wegen Rotlichtverstößen an Ampeln, der Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt sowie weiterer Zuwiderhandlungen gegen die Straßenverkehrsordnung verhängt.

Auch Radfahrer geraten mittlerweile verstärkt ins Visier der Kontrollen. Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Stadtpolizei bereits 180 Verstöße, darunter Fahren entgegen der Fahrtrichtung, das Benutzen von Gehsteigen, Handy am Lenker sowie das Missachten der Radwegpflicht.

Zudem wurden mehrfach manipulierte E-Bikes und E-Scooter sichergestellt, die Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichten.

Laut Piras stehen bei den Kontrollen vor allem Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Gerade an Radüberfahrten sollten Radfahrer trotz Vorrangs vorsichtig sein. “Schon eine leichte Kollision kann für den Zweiradfahrer schwerwiegende Folgen haben”, mahnt der Kommandant.

Bezirk: Bozen

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