Erneut Diskussionen

Supercars auf den Dolomitenpässen

Donnerstag, 10. September 2026 | 10:44 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Gröden – Rund 15 bis 20 leistungsstarke Sportwagen sollen im Oktober bei den „Dol(l)omites Supercar Days“ über die Dolomitenpässe fahren. Die Veranstaltung sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen über Genehmigungen, Schutzbestimmungen und die Belastung durch motorisierte Events.

Die dritte Ausgabe der Veranstaltung soll vom 14. bis 18. Oktober stattfinden. Organisiert wird sie vom Hotel La Cort My Dollhouse in St. Ulrich. Geplant ist unter anderem eine geführte Fahrt über Dolomitenpässe, wohl auch über das Grödner Joch. Laut Veranstalter handelt es sich dabei nicht um ein Autorennen oder ein klassisches Treffen, sondern um ein touristisches Paket für Hotelgäste.

Im Landtag stellte die Grüne Abgeordnete Brigitte Foppa die Veranstaltung infrage. Sie verwies auf einen Beschluss der Landesregierung vom Juni, der motorisierte Veranstaltungen in geschützten Gebieten sowie grundsätzlich in Höhenlagen über 1.600 Metern einschränkt. Foppa wollte von Landeshauptmann Arno Kompatscher wissen, ob für die Veranstaltung eine Genehmigung beantragt worden sei.

Kompatscher erklärte, dass in den betroffenen Schutzgebieten keine Motorsportveranstaltungen erlaubt seien. Für die „Dol(l)omites Supercar Days“ sei allerdings weder eine Genehmigung beantragt noch eine Meldung gemacht worden. Sollte die Veranstaltung ohne erforderliche Genehmigung stattfinden, drohe ein Verwaltungsdelikt mit Sanktionen für Veranstalter und Teilnehmer.

Der Hotelbetreiber Nicola Giorgi sieht die Sache hingegen anders. Der Landesbeschluss sehe ausdrücklich Ausnahmen für organisierte Reisen und touristische Angebote vor. Genau darunter falle die Veranstaltung des Hotels. Auch kleinere Gruppenreisen ohne Veranstaltungscharakter sowie Testfahrten und Fahrten für Medienproduktionen seien von den entsprechenden Vorgaben ausgenommen.

Die Debatte geht damit über die konkrete Veranstaltung hinaus. Carlo Alberto Zanella, Präsident des Alpenvereins Südtirol, fordert eine grundsätzliche Überarbeitung der Regeln. Nicht nur Rennen, sondern auch stark umweltbelastende und gefährliche Fahrten sollten eingeschränkt werden. Andernfalls könnten Verbote durch die Bezeichnung als Ausflug oder Autotreffen umgangen werden.

Für zusätzlichen Diskussionsstoff dürfte somit gesorgt sein, wenn im Oktober wieder leistungsstarke Sportwagen auf den Dolomitenpässen unterwegs sind.

Bezirk: Salten/Schlern

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