Im Einkaufswagen durch die Fluten

Volle Notunterkünfte nach Überschwemmungen in Bangkok

Sonntag, 27. September 2026 | 15:41 Uhr

Von: importer

Nach tagelangen heftigen Regenfällen in Bangkok haben Thailands Behörden fast 4.900 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Insgesamt seien rund 52.000 Haushalte in der Hauptstadt von den schweren Überschwemmungen betroffen, teilte die Stadtverwaltung am Sonntag mit. Laut Wetterdienst fielen in Bangkok seit Donnerstag fast 330 Liter Regen pro Quadratmeter. Straßen, Häuser und Geschäfte stehen unter Wasser, am Montag bleiben hunderte Schulen geschlossen.

Am Samstag hatten die Behörden für alle 50 Bezirke der thailändischen Hauptstadt den Katastrophenfall ausgerufen. Am Sonntag wateten Menschen in Regenponchos durch knietiefes Wasser, einige transportierten ihre Habseligkeiten in schwimmenden Plastikwannen. “Uns geht das Essen aus, deshalb bin ich rausgegangen, um einzukaufen”, berichtete der Motorradtaxifahrer Aduenan Surorot. In den umliegenden Lebensmittelgeschäften seien die Regale schon fast leer, zwei Stunden habe er in einem überfüllten Supermarkt an der Kasse gewartet.

Klimawandel verstärkt Wetterereignisse

Thailands Regierung bat die Bevölkerung, auf Hamsterkäufe zu verzichten und warnte, Preistreiberei sei eine Straftat. Fachleuten zufolge hat der vom Menschen verursachte Klimawandel dazu geführt, dass sich extreme Wetterereignisse verstärken und häufiger auftreten.

Diesmal sei das Hochwasser besonders schlimm, sagte der 44-jährige Kosin Nilset, der am Premprachakorn-Kanal am Stadtrand von Bangkok lebt. Sein Haus habe 30 Stunden lang unter Wasser gestanden. Der Büroangestellte Bandit Pankan beschwerte sich, die Behörden hätten zu spät vor den Überschwemmungen gewarnt. “Ich habe mich überhaupt nicht darauf vorbereitet”, sagte er. “Wir haben gestern eine Warn-SMS bekommen, aber das Wasser ist schon in der Nacht davor eingedrungen.”

Auch aus 25 Provinzen Thailands wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde am Sonntag Überschwemmungen gemeldet. Das Verteidigungsministerium teilte mit, landesweit seien mehr als 10.000 Soldaten im Einsatz. Erst ab Montag soll der Regen nachlassen.

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