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Der Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (NÖ-Bezirk Neunkirchen) war am Samstag weiter unter Kontrolle. Die Nacht verlief nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos ruhig, “aber keineswegs entspannt”. Zahlreiche Glutnester wurden mit Drohnen über Wärmebildkameras aufgespürt und nachgelöscht. Ein erneutes Aufflammen des Brandes oder ein Übergreifen auf angrenzende Waldflächen konnte verhindert werden.
Die Gefahr sei zwar noch nicht gebannt, der vorsichtige Optimismus der Einsatzleitung habe sich in der Nacht jedoch bestätigt, hieß es. Die Glutnester hätten den Einsatzkräften keine größeren Probleme bereitet, und auch die in der Nacht errichteten Riegelstellungen hätten sich bewährt und eine Brandausbreitung verhindert.
“Brand aus” noch nicht absehbar
Die örtlichen Feuerwehren wurden am Samstag durch zusätzliche Kräfte verstärkt, etwa durch Einheiten des Katastrophenhilfsdienstes aus den Bezirken Lilienfeld und Tulln. Der Sonderdienst Waldbrand unterstützte schwerpunktmäßig bei der gezielten Bodenbrandbekämpfung. Hubschrauber brauche man derzeit nicht mehr, weil es weiterhin um das Aufspüren und Ablöschen von Glutnestern gehe, sagte Klaus Stebal vom Landesfeuerwehrkommando auf APA-Anfrage. “Das ist Knochenarbeit.” Wann “Brand aus” gegeben werden könne, sei noch nicht absehbar.
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) machte sich am Samstag an Ort und Stelle ein Bild von der Lage. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften und betonte: “Jetzt stehen langwierige Nacharbeiten bei den Glutnestern an.” Die Waldbrandgefahr im Land bleibe hoch und der laufende Einsatz zeige, wie schnell ein großflächiger Brand entstehen könne. An die Bevölkerung appellierte Pernkopf deshalb: “Bitte vermeiden wir gemeinsam alles, was die Gefahr steigert.”
64 Hektar betroffen
Der Großbrand im Föhrenwald war Freitagmittag ausgebrochen und hatte einen Großeinsatz mit über 830 Feuerwehrmitgliedern und elf Hubschraubern erforderlich gemacht. Rund 64 Hektar waren laut Feuerwehr betroffen. Die Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld wurde kurzzeitig evakuiert, weil sich die Flammen in Richtung ihrer Häuser ausbreiteten. Die rund 250 Betroffenen konnten am Abend aber wieder zurück nach Hause. Das Feuer wurde gegen 18.00 Uhr unter Kontrolle gebracht.
Fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten medizinisch an Ort und Stelle versorgt werden, teilte Notruf Niederösterreich in einer Aussendung mit. Vonseiten des Bezirkskommandos hieß es, dass vier Mitglieder leicht verletzt wurden. Die Ursache für das Feuer stand vorerst nicht fest. Betroffen sei ein anderes Gebiet als beim Feuer in der Vorwoche, so Stebal.
Erst in der Vorwoche großer Waldbrand
Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden. Zufahrts- und Einsatzwege müssen “jederzeit freigehalten werden”, wurde betont. “Wer sich unnötig dem Einsatzgebiet nähert, behindert nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern bringt auch sich selbst in Gefahr”, lautete die Warnung.
Erst vergangene Woche hatte sich ein Feuer im Föhrenwald auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Die Flammen waren in der Vorwoche am Mittwochnachmittag ausgebrochen, es dauerte bis Sonntagabend, ehe “Brand aus” gegeben wurde. Hunderte Feuerwehrleute standen im Einsatz. Verursacht worden sein soll der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik. Das Feuer zählt zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren.




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