Chamonix – Der Fall der 32 Bergsteiger, die trotz Sperre zum Refuge du Goûter am Mont Blanc aufgestiegen sind und im Anschluss einen Hubschrauber für den Rückflug verlangt haben, schlägt nach wie vor hohe Wellen. Jean-Marc Peillex, der Bürgermeister von Saint-Gervais, lehnte einen kostenlosen Hubschraubertransport bekanntlich ab und bezeichnete das Verhalten als unverantwortlich. Nun wehren sich die Bergsteiger gegen die Darstellung des Bürgermeisters. Eine Beteiligte, die selbst dabei war, meldete sich bei Südtirol News und gab folgende Stellungnahme ab:
Mein Partner und ich sind am 11.08 morgens zusammen mit mehreren anderen Bergsteigern zum Refuge du Goutier aufgestiegen. Unser Plan war es, am folgenden Tag den Gipfel zu besteigen.
Um 12.00 Uhr haben wir die Hütte erreicht. Etwa zur gleichen Zeit ereignete sich im Grand Couloir ein massiver Steinschlag. Ich selbst war mit meinem Partner zu dieser Zeit schon in der Hütte, allerdings liegt mir ein Video vor, welches von den beiden Bergsteigern, die hinter uns aufgestiegen sind, von oben in den Couloir gefilmt wurde.
Ich gehe davon aus, dass dieser Steinschlag ausschlaggebend für die Entscheidung des Bürgermeisters war, denn um 14.00 Uhr wurden wir in der Hütte vom Personal informiert, dass sowohl die Hütten als auch die Wege zum Mont Blanc ab sofort geschlossen sind. Alle Bergsteiger waren zu diesem Zeitpunkt längst in der Hütte oder zumindest am Weg dorthin.
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Wir wurden gebeten mit allen anderen Bergsteigern in der Hütte zu verbleiben, ein weiterer Auf- oder Abstieg wurde uns untersagt. Um 18.30 Uhr folgte in der Hütte eine offizielle Stellungnahme. In dieser wurde uns wiederum gesagt, dass an einer Lösung gearbeitet wird, und alle auf weitere Infos um 7.40 am nächsten Tag warten sollen. Wir wurden abermals darauf hingewiesen, dass wir weder zum Gipfel aufsteigen noch absteigen sollen.
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Mit uns befanden sich auch drei von Bergführern geführte Gruppen auf der Hütte. Am nächsten Tag wurde ab 7.00 Uhr heftig telefoniert und diskutiert. Gegen 9.00 Uhr gab es die ersten Infos der Bergführer, die in diese Gespräche mit eingebunden waren, dass es keinen Helikopter geben würde.
Letztendlich wurden wir bis zum späten Vormittag aufgefordert in der Hütte zu bleiben und abzuwarten. Nur um dann zu erfahren, dass es keine Lösung für uns geben würde. Der Helikopter wurde dann auf Drängen der Hüttencrew organisiert, da es komplett unverantwortlich gewesen wäre, fast 40 Leute zu dieser Uhrzeit in den Grand Couloir zu schicken.
Einige Personen sind trotzdem im Laufe des Vormittags abgestiegen. Diese wurden durch diese Aktion der Behörden einem unnötigen zusätzlichen Risiko ausgesetzt, da ein Durchqueren des Grand Couloirs üblicherweise zu kühleren Temperaturen (sehr früh morgens) erfolgen sollte.
Die Darstellungen der Presse bzw. die Aussagen des Bürgermeisters seien somit nicht richtig, erklärt die Bergsteigerin gegenüber Südtirol News. Das Management einer derart kritischen Situation sei vielmehr fragwürdig. Es habe zu einer zusätzlichen Gefährdung der Bergsteiger vor Ort geführt.
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