Internationaler Austausch in Bozen ­

Wie lässt sich die Marmorierte Forelle schützen?

Donnerstag, 01. Oktober 2026 | 16:37 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Die Marmorierte Forelle (Salmo marmoratus) ist für Südtirol ökologisch und kulturell bedeutsam, zugleich aber gefährdet. Bei einer zweitägigen Konferenz thematisieren Forscherinnen und Forscher, Fachleute, Behörden und Bewirtschafter aus dem In- und Ausland die Ergebnisse aus zehn Jahren MarmoGen-Projekt, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Ansätze für den langfristigen Schutz der Art in ihrem Verbreitungsgebiet südlich der Alpen.

“Wenn wir über die Marmorierte Forelle und ihre Zukunft sprechen, geht es um weit mehr als eine einzelne Fischart: Es geht um die Verantwortung für unsere heimischen Lebensräume, den Schutz der biologischen Vielfalt und die Frage, wie nachhaltige Nutzung und Naturschutz gemeinsam gelingen können”, betonte Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher zu Beginn der Tagung am 1. Oktober. Die Initiative zu MarmoGen sei aus den Fischereivereinen selbst heraus entstanden, erinnerte er: Engagierte Fischerinnen und Fischer hätten früh erkannt, dass die heimischen Bestände geschützt und gestärkt werden müssen. Mit dem Einstieg der öffentlichen Hand seien Vereine, Fachstellen und Wissenschaft zusammengeführt worden. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten das Landesamt für Wildtiermanagement und das Aquatische Artenschutzzentrum gemeinsam mit dem Fischereiverband, Fischereivereinen und dem Forschungszentrum Edmund Mach am landesweiten Schutz und an der Erhaltung der Art. Ein Meilenstein ist laut Walcher die langfristige finanzielle Absicherung: Ein Teil der Wasserzinsen aus der Wasserkraftnutzung fließt dauerhaft in den Schutz und die Verbesserung der Fisch- und Krebsbestände. Der Energiefonds oder Fischereifonds unterstützt unter anderem die Marmorierte Forelle, die Äsche und weitere heimische Fischarten, die Aufwertung ihrer Lebensräume sowie Projekte der Fischereivereine. Genetische Analysen und wissenschaftliche Qualitätskontrollen werden zusätzlich aus Umweltmitteln finanziert.

Die Tagung solle Erfolge sichtbar machen, Erfahrungen bündeln und Lösungen für bestehende Herausforderungen entwickeln. “Entscheidend ist, dass der Dialog nicht abbricht und unterschiedliche Sichtweisen offen eingebracht werden”, unterstrich Landesrat Walcher und dankte allen Beteiligten für ihr langjähriges Engagement.

Das zweitägige Programm umfasst Fachvorträge in deutscher, italienischer und englischer Sprache, eine Exkursion zum Aquatischen Artenschutzzentrum in Schenna sowie Raum für Austausch und Vernetzung.

Bezirk: Bozen

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