Im Ortler-Cevedale-Gebiet

Unglaublich: Wildschwein auf 3.000 Metern Höhe gesichtet

Dienstag, 29. September 2026 | 10:38 Uhr

Von: Matthias Knapp

Ulten – Der Klimawandel hat Einfluss auf Gewohnheiten und Lebensräume ganzer Tierarten. Wie weit die Veränderung reicht, führt ein Video des Ultner Alpinisten Manuel Pallaver vor Augen. Er hat mit seinem Handy ein Wildschwein auf 3.000 Metern Höhe gefilmt. Das Video, das sich rasch verbreitet, hat durchaus Brisanz.

Gesichtet wurde das Wildschwein am Sonntag gegen 9.00 Uhr in der Ortler-Cevedale-Gruppe an der Hinteren Eggenspitze an der Grenze zwischen Ultental und Rabbi am Fuße des Gletschers. Auch der Geschäftsführer des Südtiroler Jagdverbands, Benedikt Terzer, bestätigte Medien gegenüber, dass es sich um eine außergewöhnliche Sichtung handelt.

Nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels und der wärmeren Temperaturen stoßen Wildschweine auf der Suche nach Futter und neuen Lebensräumen in immer höher gelegene Gebiete vor. Trotzdem macht der Anblick eines Exemplars auf einer Höhe von 3.000 Metern wenig Sinn, denn zwischen Felsen und Schnee wird das Tier kaum etwas Verdauliches finden.

Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, gibt es in Südtirol keine sesshafte Wildschweinpopulation. Zuletzt lag der Kadaver eines Wildschweins auf der Brennerstaatsstraße zwischen Auer und Branzoll im November 2025. Ein Fiat Punto hatte das Tier beim Überqueren der Straße angefahren. Die beiden Insassen des Wagens im Alter von 30 und 40 Jahren blieben glücklicherweise unverletzt.

Trotzdem wurde zuletzt in Südtirol und im Trentino eine Zunahme der Exemplare verzeichnet. Wildschweine gelten als extrem anpassungsfähig und scheuen auch urbane Gebiete nicht, um nach Futter zu suchen. Auch die Verwüstungen des Waldes nach dem Sturmtief Vaia dürften Bewegungen von Wildschweinen begünstigt haben.

Jäger dürfen Wildschweine in Südtirol seit 40 Jahren von Mai bis Dezember schießen, zumal sich die Tiere extrem schnell vermehren und vor allem in der Landwirtschaft viel Schaden anrichten. Für Jagdaufseher gilt die Erlaubnis das ganze Jahr über. Im Gegensatz zu Wolf und Bär hat es in diesem Zusammenhang nie Proteste von Tierschützern gegeben.

Bezirk: Burggrafenamt

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