Von: importer
In mehreren Bundesländern sind Metallgegenstände in zu Halloween gesammelten Süßigkeiten gefunden worden. Fälle wurden aus Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark gemeldet. Im Bezirk Amstetten wurde eine Zehnjährige am Montag durch einen Biss in eine Minischokolade, in der eine Nadel versteckt war, leicht im Mund verletzt, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Dienstag. Es erging der Aufruf, keine gesammelten Süßigkeiten ohne vorherige Kontrolle zu essen.
In Niederösterreich sei bisher ein Fall bekannt, sagte Baumschlager auf Anfrage. Ermittlungen waren im Laufen und werden durch das Bundeskriminalamt (BK) koordiniert. “Die Polizei nimmt diese Vorfälle sehr ernst”, hieß es in der Stellungnahme des BK. Es sei insbesondere darauf zu achten, “ob Verpackungen beschädigt oder manipuliert wurden und ob sich Fremdkörper, insbesondere metallische Gegenstände, in den Süßigkeiten befinden”. Bei verdächtigen Feststellungen sollte sofort die Polizei verständigt werden. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den angezeigten Fällen gebe es bisher nicht.
Süßigkeiten wurden offenbar händisch präpariert
In Linz haben Unbekannte Halloween-Süßigkeiten mit Nägeln präpariert. Ein 28-jähriger Vater hat die ein Zentimeter langen Metallgegenstände in Schokoriegeln und Kaubonbons, die seine Kinder gesammelt hatten, gefunden. Teils wurden die Nägel laut Polizei offenbar von außen hineingedrückt und waren gut sichtbar, teils waren sie in den Süßigkeiten versenkt und nicht zu erkennen. Die Polizei geht davon aus, dass die Naschereien händisch präpariert wurden. Die Exekutive warnte vorsorglich vor dem Verzehr von Halloween-Süßigkeiten, die im Stadtteil Linz-Oed gesammelt wurden.
Im Bezirk Vöcklabruck erstattete eine Mutter Anzeige, nachdem sie eine dickere Nadel in einem Kaubonbon und in einem Schokoriegel entdeckt hat, die ihre elfjährige Tochter am Freitagabend in Vöcklamarkt gesammelt hatte. Das Mädchen biss laut Polizei in eine der Süßigkeiten, wurde dabei aber nicht verletzt.
Vier Fälle in der Steiermark
In der Steiermark sprach die Landespolizeidirektion von vier Fällen in den Bezirken Weiz und Leibnitz. Bei den metallischen Gegenständen in den – unterschiedlichen – Süßigkeiten handelte es sich um eine Nähnadel, je zweimal um einen Metallstift und einmal um eine Heftklammer, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Nach bisherigen Erkenntnissen stünden die vier Fälle nicht in Zusammenhang, aber man könne dies auch nicht völlig ausschließen. Weitere Fälle seien bisher nicht gemeldet worden. Laut ORF Steiermark online sei eine Familie im Bezirk Leibnitz durch die Medienberichte auf die möglicherweise präparierten Süßigkeiten aufmerksam geworden und habe das Naschwerk mit einem Magnet geprüft. Dieser habe leicht angeschlagen, so sei das Metallstück entdeckt worden.
Polizei warnt und bittet um Mithilfe
Die österreichische Polizei warnte Eltern und Erziehungsberechtigte, gemeinsam mit ihren Kindern die in der Halloween-Nacht gesammelten Süßigkeiten vor dem Verzehr sorgfältig zu kontrollieren. Insbesondere ist darauf zu achten, ob Verpackungen beschädigt oder manipuliert wurden und ob sich Fremdkörper, insbesondere metallische Gegenstände, in den Süßigkeiten befinden. Gleichzeitig wird zur Besonnenheit aufgerufen. Gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Unwohlsein können unterschiedliche Ursachen haben und stehen nicht zwangsläufig im Zusammenhang mit dem Verzehr möglicherweise manipulierter Süßigkeiten. Beim Auffinden von offensichtlich manipulierten Süßigkeiten sollten diese samt Verpackung aufbewahrt und der Polizei gemeldet werden. Um mögliche Spuren für die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu sichern, sollen entdeckte Fremdkörper nicht aus den Süßigkeiten entfernt oder anderweitig manipuliert werden.
Auch Vorfälle in Deutschland
Auch in Deutschland sind mit Nadeln, Nägeln oder Metall gespickte Süßigkeiten entdeckt worden. Vorfälle gab es laut dpa in verschiedenen Orten in Unterfranken und in Niederbayern. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Fälle in Deutschland gehäuft. Verletzt wurde in den jüngsten Fällen nach Angaben der Polizei niemand.
In Unterfranken wurden demnach in zwei Fällen Nadeln in Schokoriegeln entdeckt, in einem weiteren Fall befand sich ein scharfkantiges Metallteil in einem Fruchtgummi. Im niederbayerischen Pilsting wurde in einem Fall eine Nadel in einer Süßigkeit und in einem weiteren ein drahtähnlicher Gegenstand gefunden. Auch in Deutschland ermittelt die Polizei und ruft Eltern dazu auf, die Halloween-Süßigkeiten ihrer Kinder zu kontrollieren.




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